Supermarkt Macher Best of 2025: Kaufleute über Karriere, Selbstständigkeit, Motivation

Shownotes

Die Weihnachtsfolge von Supermarkt Macher, dem Podcast von "Lebensmittel Zeitung direkt" mit den stärksten Stimmen aus diesem Jahr. Kaufleute von Rewe und Edeka erzählen, was sie antreibt, wie Management im Alltag wirklich aussieht und wie Karriere im Lebensmitteleinzelhandel funktioniert.

Mit dabei in dieser Folge: David Hegemann von Rewe, Sandra Treugut von Edeka, Kevin Schneevoigt von Edeka, Sahin Karaaslan von Rewe, Husein Dugonjic von Rewe und Rewe Kauffrau Semai Akale.

Es geht um Führung im Supermarkt, Motivation, Entscheidungen zu Selbstständigkeit, den Mut Risken einzugehen und was es bedeutet, Unternehmer im LEH zu sein.

Folgen lohnt sich, damit keine neue Folge verpasst wird.

Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen zu

00:00:01: unserer Weihnachtsfolge

00:00:02: von

00:00:02: Supermarktmacher.

00:00:04: Heute wird es persönlich.

00:00:05: Nur stimmen

00:00:06: aus dem Jahr.

00:00:07: Unsere Gäste,

00:00:08: kurz und klar.

00:00:09: Was motiviert

00:00:10: sie im Alltag?

00:00:11: Was treibt sie an, wenn es stressig

00:00:12: wird?

00:00:13: Und welche Sätze würden

00:00:14: sie jungen Menschen mitgeben, die den Schritt

00:00:17: in die Selbstständigkeit wagen?

00:00:19: Herzlich willkommen.

00:00:29: Das ist eine gute Frage.

00:00:31: Also angefangen habe ich ja mit vierzehn schon mit einem Praktikum im einzelnen Handel.

00:00:34: Also für mich war ganz schnell klar, ich möchte im Supermarkt arbeiten.

00:00:39: Das war von vornherein klar.

00:00:41: Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, dass ich mal selber Chef werde.

00:00:44: Und dann habe ich meine Ausbildung gestartet mit sechszehn und bin dann einfach von Stück für Stück immer mehr in die Verantwortung gekommen.

00:00:52: Hab Spaß dran gefunden.

00:00:55: Menschen zu führen, Dinge zu verändern, Sachen zu verantworten.

00:00:58: Und dann habe ich irgendwann, schon in den jungen Jahren erkannt, okay, ich möchte irgendwann, möchte ich mal Markleiter werden.

00:01:02: Das war mein Ziel.

00:01:03: Da war noch nicht klar, dass ich auch mal selbstständig werde.

00:01:06: Da war erst mal das Ziel, ich möchte Chef werden.

00:01:08: Das war so vielleicht mit Anfang zwei.

00:01:09: Ja, ich habe dann nach dem Praktikum auch direkt als Aushilfe weitergemacht, schon mit vierzehn.

00:01:13: Also ich war immer bis vierzehn Uhr in der Schule und dann in dem habe ich dann damals auch bei Edeka gearbeitet.

00:01:18: Also schon recht früh viel gearbeitet und es hat mir total viel Spaß gemacht.

00:01:21: Wenn du mal auf deine Selbstständigkeit so zurückblickst, worauf bist du denn heute am meisten stolz?

00:01:26: Das ist eine schöne Frage.

00:01:27: Also ich bin eigentlich so auf... auch alles stolz.

00:01:29: Also ich hätte nie gedacht, dass ich mal fünf Supermärkte fühlen darf.

00:01:33: Das ist unfassbar.

00:01:34: Ging ja auch relativ schnell bei mir, hat verschiedene Gründe, teilweise war es auch Zufall, dass halt Märkte in der Umgebung frei waren oder es waren auch teilweise schwierige Märkte.

00:01:41: Jetzt bin ich mittlerweile Arbeitgeber von fast zwei Hundert Menschen.

00:01:45: Jeden Morgen muss ich, was es eigentlich heißt.

00:01:47: Und da bin ich mega stolz drauf und dass wir mittlerweile auch so viel bewegen konnten zusammen mit meinem Team.

00:01:54: Was wir alle schon auf die Beine gestellt haben, wenn ich manchmal so einen Rückblick mache, ich habe mal so ein Best-of erstellt, dann wählt er mir erst mal bewusst, was hat man die ganzen Jahre eigentlich noch zusätzlich getan.

00:02:02: Ja, es gibt viele Dinge, auf die ich stolz bin und ich liebe das, was ich tue und das einfach bei der Leidenschaft.

00:02:07: Wenn du deinem achtzehnjährigen Ich einen Satz sagen könntest, was wäre das?

00:02:11: Ich habe mein ganzes Leben lang in Supermarkt gemacht und das ist genau die richtige Entscheidung.

00:02:15: Ich mache mir jeden Tag Spaß, ich habe nichts bereut.

00:02:17: Das Einzige ist, was ich vielleicht hätte anders machen.

00:02:20: Wollen wäre, dass ich mich noch früher selbstständig gemacht hätte.

00:02:22: Ich habe sehr lange gewartet.

00:02:23: Ich wollte viel Erfahrung sammeln.

00:02:25: Wie alt warst du, als du dich selbstständig gemacht hast?

00:02:27: Ich war ... ... vierunddreißig.

00:02:30: Das heißt, ich hätte mir das auch schon früher zutrauen können.

00:02:33: Ich wollte möglichst viel Erfahrung sammeln.

00:02:35: Ich war als Marktmanager in drei verschiedenen Märkten eingesetzt, weil ich dann auch mit jedem Markt wieder neue Dinge gelernt habe.

00:02:41: Und ich glaube, ich hätte mir früher zutrauen können.

00:02:44: Ich habe sehr lange gewartet, bis ich selber die Sicherheit hatte.

00:02:47: Ja, das mache ich.

00:02:48: Weil das ist schon ein Riesenschritt.

00:02:49: Wenn du angestellt bist und du hast die Sicherheit, dein Gehalt läuft, dir geht's gut, du bist bei einem großen Arbeitgeber, die kann nichts passieren, dann in die Selbstständigkeit zu gehen, so viel Geld in die Hand zu nehmen, das sind ja Summen, die man da investiert, die man als Angesteller gar nicht fassen kann und die im Angst machen.

00:03:04: Und deswegen habe ich sehr lange gewartet, sehr lange gezögert.

00:03:07: Das wäre das Einste, was ich anders machen würde.

00:03:08: Ich würde mich früher selbstständig machen, weil das ist das, was ich liebe.

00:03:13: Herzlich willkommen Sandra Treugut.

00:03:15: Ja, wie hast du dich in den letzten Jahren selbstständig gemacht?

00:03:17: Was war dabei deine Triebfeder?

00:03:20: Unabhängigkeit, Vision oder eher Frust?

00:03:23: Klar, Frust kann auch ein guter Motor sein, aber in dem Fall hätte es mich nicht angetrieben.

00:03:29: Und Thema Unabhängigkeit auch nicht, weil ich finde, nur weil man selbstständig ist, ist man nicht automatisch unabhängig.

00:03:37: Also teilweise sogar im Gegenteil ist man ja von... vielen Dingen auch abhängig und von vielen Menschen auch, damit es funktioniert.

00:03:46: Deswegen würde ich mich auf jeden Fall für Vision entscheiden, weil das auch ganz wichtig ist, dass man für sich selber ein Ziel und eine Vision hat, warum oder was stelle ich mir davor, wie soll das sein?

00:03:57: Und das hatte ich schon in ziemlich frühen Jahren, dass ich gemerkt habe, oh, das würde ich gern so machen, dies würde ich gern... so machen, vielleicht auch anders als die anderen, ohne natürlich zu wissen, ob das funktionieren kann oder nicht.

00:04:09: Also auch sehr blauäugig.

00:04:11: Hab es so einen Moment, in dem du dachtest, das war jetzt doch zu viel?

00:04:16: Wie gehst du mit Zweifeln um?

00:04:18: Hast du überhaupt Zweifel?

00:04:19: Ah, Zweifel habe ich.

00:04:20: Und ich habe öfter mal, ich habe aber mit den Jahren gelernt, dass so eine zweifelnde Phase auch zu Kreativität führen kann.

00:04:29: Also ich kann mich da auch so ein richtiges Tal begeben und komme dann aber meist ziemlich gestärkt daraus.

00:04:37: Habe ich anfangs nicht so wahrgenommen, dass das was Gutes sein könnte?

00:04:43: Jetzt so aber mit den Jahren merke ich, dass ich die Phasen auch tatsächlich brauche.

00:04:53: Wenn wir mal so auf die Selbstständigkeit gucken, wenn du jetzt Kollegen hättest, die in die Selbstständigkeit wollen, was würdest du den raten?

00:05:02: Ja, mutig sein auf jeden Fall.

00:05:04: Ich glaube, da braucht man ein ganz riesiges Paket von ja und sich selber Prioritäten setzen.

00:05:12: sich selber auch nicht vergessen.

00:05:17: Ja, aber das Prioritäten setzen ist, glaube ich, ganz, ganz, ganz wichtig, dass man sich darüber im Plan ist, dass man gerade in den ersten Jahren wirklich nur dafür lebt, also ist jedenfalls meine Erfahrung später natürlich auch noch, aber dass man da auch viel lernen muss, loszulassen.

00:05:32: Und dass man nicht alles auf einmal machen kann.

00:05:35: Genau.

00:05:36: Und dass man auch zulassen sollte, dass andere Dinge anders lösen.

00:05:44: Also ich habe ja in meinen Märkten auch Marktleiter und Marktleiterinnen und die machen bestimmt auch Dinge anders als ich sie vielleicht machen würde.

00:05:51: Also jetzt im Detail.

00:05:52: natürlich arbeiten alle Märkte so wie ich mir das vorstelle, aber trotzdem werden ja so kleine Stellschrauben von jedem anders gemacht oder gelöst.

00:06:01: Und das zuzulassen ist auch ein großer Schritt und das vielleicht schon rechtzeitig erkennen, dass das wichtig ist.

00:06:07: Ja, zuzulassen, dass andere Dinge anders machen und das Ergebnis ist trotzdem gut.

00:06:12: Und das fiel mir am Anfang sehr, sehr schwer.

00:06:16: Ich willkommen Kevin Schneefrogt.

00:06:18: Ja, am Anfang dachte man noch, Gott, ich habe studiert.

00:06:21: Was mache ich hier eigentlich?

00:06:22: Ja, und dann aber die Leidenschaft entwickelt.

00:06:24: Ja, dann

00:06:25: bist gerne selbstständig, glaube mit Leidenschaft selbstständiger Unternehmer.

00:06:29: Kannst du denn überhaupt so viel Lohn bezahlen, wenn du nur noch Fachkräfte oder Abteilungsleiter hast?

00:06:36: Tatsächlich muss das Konzept des Unternehmens so aufgebaut werden, dass das funktioniert.

00:06:41: Aber nur Lohn ist ja nicht alles.

00:06:42: Also ich zahle durchschnittlich gut, sagen wir das mal so.

00:06:47: Aber wir haben ja noch mehr Benefits.

00:06:50: Das sind Betriebsrenten, die wir zahlen.

00:06:52: Ein Mitarbeiter war es in so Kleinigkeiten wie sieben Wochen, voraus stehen die Dienstpläne fest.

00:06:56: Also es sind so ganz viele Kleinigkeiten, die ja wichtig sind.

00:06:59: Wenn jemand im Urlaub ist, wird er nicht aus dem Urlaub zurückgeholt.

00:07:01: Das ist auch eine Regel hier.

00:07:03: Und das sind Dinge, die in der Branche leider nicht üblich sind.

00:07:06: Und die aber trotzdem dieses Gesamtpaket, glaube ich.

00:07:09: Aber die Bewerbungen kommen immer sehr, sehr schnell rein.

00:07:12: Und das liegt auch daran, dass wir gehen gar nicht aktiv los, dass ich auf Instagram oder Co bewerben muss, wie ich suche, sondern einfach mit dem, was wir machen, zeigen wir, wer wir sind und dabei sind wir authentisch.

00:07:21: und dann kommen die Leute, hey, da hab ich Bock.

00:07:23: Kleine größte Herausforderung?

00:07:26: ist es, seitdem ich selbst denke, ich bin rennig von einer Krise in die nächste.

00:07:30: Da fängt mit Corona an, geht dann in den Krieg dann in Energiekrisen und dann mit explodierenden Kosten, Druck in Gehältern und ja, tausend Sachen.

00:07:40: Das ist einfach anstrengend.

00:07:41: Aber ich gehe da eher andersheran.

00:07:43: Ich sage, das ist eine kurze Hürde und versuche daraus wieder mich weiterzuentwickeln und unser Unternehmen weiterzuentwickeln und dann noch gestärkt, um es zu gehen.

00:07:51: Also positive Einstellungen hilft auch

00:07:54: da.

00:07:54: Das brauchst du auch, wenn man sagt, also eine echte Herausforderung ist tatsächlich Arbeit mit gerne mit ausländischen Fachkräften versuchen wir zu integrieren.

00:08:01: Das ist schon manchmal eine Hürde, wenn du an den Behörden stehst und freiweise schon nicht und dann die die Betroffenen ja noch weniger.

00:08:07: Also das ist sehr schwer.

00:08:10: Aber es ist eher die Bürokratie, die dann nervt als.

00:08:14: Das Ursteckengang mit den Menschen ist offensichtlich.

00:08:16: Die wollen, die die Menschen wollen und auch die Teams vor Ort sagen, hey, wir freuen uns und die kommen auch schnell an und auch sprachlich gibt es da gar nicht so die Hürden, aber es ist die Bürokratie.

00:08:25: Was motiviert dich denn?

00:08:26: Du motivierst ja sehr viele und nimmst sie mit, aber was motiviert dich eigentlich?

00:08:31: Also tatsächlich ist das der Erfolg, der einfach sich mit dem einstellt.

00:08:35: Also die Idee war ja mal geboren, einen Supermarkt zu leiten und den irgendwie groß zu machen und dass das erfolgreich wurde.

00:08:41: Und dann hat das funktioniert.

00:08:43: und dann sind auch Preise gekommen und hat man gesagt, oh, man macht nur was richtig.

00:08:46: Wird Borgenwald für seine Mitarbeiterführung gefeiert und dann sagt ich, gut, dann kann ja der zweite Supermarkt kommen, der kam dann.

00:08:53: Ja und jetzt ist die Idee der Bäcker geboren und also das sind so... Das motiviert mich schon, da einfach voranzunehmen und Menschen, die mich dabei begleiten und mit mir diesen Weg gehen und dann auch zu sehen, wie die da dann wachsen.

00:09:04: Das ist toll.

00:09:04: Wenn jetzt ein Kollege zu dir kommen würde, möchte sich selbstständig machen, was würdest du dem für Tipps geben?

00:09:11: Ganz klar, seid mutig, engagiert und verantwortungsvoll, denn es kann einem dann auch nichts passieren und betrachtet jeden, der euch begegnet auf Augenhöhe.

00:09:21: Denkt nie, ihr seid was Besseres, denn nur als Team.

00:09:24: Schafft man solche Aufgaben?

00:09:25: Das ist so.

00:09:26: Gebt früh Selbstverantwortung ab und traut den Leuten was zu, umso mehr Leid habt ihr auch für euch selbst und für Safe Care.

00:09:33: Ja, und mein Motto ist ja einfach, mein Machen ist könnte ja gut werden.

00:09:39: Tja, hin Karaslan.

00:09:41: Du kamst vor zehn Jahren aus der Türkei nach Deutschland.

00:09:44: Wie sehr prägt?

00:09:46: Tatsächlich, ich bin in einem Dorf neben Tigris in Mesopotamien geboren.

00:09:53: auch die Kindheit dort verbracht.

00:09:55: Im Dorf gelebt, Landwirtschaft, sogar mit sechs, sieben Jahren war ich für zwanzig Ziegen, sogar zuständig.

00:10:03: dann ja, auch schon im kleinen Alter.

00:10:05: Verantwortung, ja, also auch als Hälfte gearbeitet.

00:10:10: Als Kind später hat mein Vater einen Onkel Mehmet Kleinladen, hier in Deutschland sagt man Tante Emma Laden, im Dorf aufgemacht.

00:10:22: Die Verantwortung, das hat mir schon als Kind beigebracht.

00:10:26: Aber auch heute, wenn ich jetzt träume, wenn ich denke, wenn ich rechne, alles auf Kurtisch.

00:10:35: Das nimmt einem mit einfach.

00:10:36: Wenn du einmal drehen kannst, dann kannst du es wahrscheinlich nicht mehr steuern.

00:10:41: Wer fragt dich denn ab?

00:10:42: Ich muss ja nichts machen.

00:10:43: Aber das, was ich mache, ich möchte das immer richtig machen.

00:10:47: Ich habe keinen Bock, irgendwo im dritten Liga zu spielen.

00:10:51: Kunstwerk ist auch nicht schlecht, aber ich möchte nicht nur im Champions League spielen, sondern auch dort bleiben.

00:10:56: Das ist immer so mal die innere Motivation, warum ich das einfach alles dafür tue.

00:11:01: Das kostet natürlich auch gewisse Operschaft, Lebensqualität, Zeit, Nerven.

00:11:07: Das ist mir bewusst, aber diese Operschaft klingel ich, weil ich das so haben möchte.

00:11:11: Du hast auch deine eigene Eigenmarke, die die Kathessa gegründet und die ist mittlerweile in den Fünfhundert Märkten gelistet.

00:11:18: Was war da die Zündende?

00:11:20: Du, Svenja, wir werden irgendwann mal alle sterben.

00:11:23: Und tatsächlich war mir immer wichtig, dass ich auch nach meinem Leben irgendwelche Spuren hinterlasse.

00:11:29: Dass man sagt, das war sein Werk.

00:11:32: Und daran habe ich echt sehr, sehr lange gearbeitet.

00:11:35: Das ist schon eine große Herausforderung.

00:11:37: Das kostet nicht nur Geld, Zeit, auch Nerven und auch gewisses Risiko.

00:11:41: Aber auch die Idee muss ja auch funktionieren.

00:11:43: dann ja.

00:11:44: Es ist ja nicht so, dass der deutsche Handel wartet, bis irgendein Kaufmann oder Kaufraum eine Marke auf den Markt bringt.

00:11:52: Wenn du einen jungen Menschen heute einen Rat mitgeben würdest, dass ich selbstständig bin.

00:11:56: Ich würde erstmal empfehlen, dass die Person sich gut auf die Selbstständigkeit vorbereitet.

00:12:04: Was ist Selbstständigkeit?

00:12:06: Was bedeutet Selbstständigkeit?

00:12:08: Was muss ich tun?

00:12:12: Oder was muss ich einfach bringen?

00:12:16: Was sind die Vor- und Nachteile?

00:12:18: Das Problem haben halt viele Leute, die sich vorher nicht gut erkundigen.

00:12:22: Was bedeutet überhaupt Selbstständigkeit?

00:12:24: Und dann gehen sie da rein, dann haben sie teilweise mal Schwierigkeiten.

00:12:27: Deshalb, dass sie das erst mal verstehen und welche Vorteile das für sie hat und welche Nachteile das hat.

00:12:34: Und dann können Sie sich immer noch überlegen, ob Sie das machen wollen oder nicht.

00:12:37: Aber die Vorbereitung ist mehr als fünfzig Prozent.

00:12:42: Heute bei uns im Studio Redevill Kaufmann Hussein Dugonic.

00:12:47: Was war dein Antrieb Kaufmann zu werden und was treibt dich heute an?

00:12:50: Also ich habe immer schon darauf hingearbeitet, mich zusammen mit Rewe selbstständig zu machen.

00:12:55: Ich habe versucht in verschiedenen Formatgrößen so viel Erfahrung mitzunehmen,

00:13:00: wie ich

00:13:01: nur mitnehmen kann.

00:13:04: In meiner letzten Station im Rewe-Premium-Markt hatte ich auch weitere Freiheiten, die mir jetzt in der Selbstständigkeit sehr weiterhelfen.

00:13:15: Hast du auch mal ans Aufgeben gedacht?

00:13:17: Ne, aufgeben war nie das Thema.

00:13:19: Für mich viel mehr war es, einfach den Mut zu haben, meine Komfortzone zu verlassen.

00:13:27: Wie gesagt, ich war in diesem Rewe-Premium, hatte schon diese erweiterten Möglichkeiten.

00:13:33: Eigentlich hätte man da auch bis zur Rente weiterarbeiten können, aber durch Corona damals, das hat mir ganz viel Mut gegeben, da war dieser Riesenlockdown, die Stadt war leer, dann fragt man sich schon, wo geht die Reise dann hin, wenn das bleibt oder nicht bleibt.

00:13:51: Da kriege ich heute noch Gänselnhaut, wenn ich über meine ersten vierzehn Monate spreche.

00:13:58: Hast auch Spiegel mit motivierenden Botschaften im Markt und sogar auf den Mitarbeiter Toiletten.

00:14:03: Warum?

00:14:04: Ja, das habe ich selber auch für mich immer wieder erkannt.

00:14:07: Also wenn ich mir die Hände wasche und mein Gesicht schnell auffrische und da sehe ich im Spiegel, so sieht dich der Kunde.

00:14:15: Und da gebe ich mir selber ein Lächeln.

00:14:16: Das motiviert mich selber auch und den Effekt habe ich bei anderen erwartet und auch mitbekommen.

00:14:26: Ich

00:14:29: bin der Meinung, dass man groß denken muss, um an seine Ziele zu kommen und brauche genau diese Punkte, dass man auch über seine Grenzen geht, weil wenn man die nicht die Grenzen nimmt, annimmt oder die Herausforderung nicht annimmt, kann man auch überhaupt nicht erfolgreich werden.

00:14:44: Und das ist es auch für mich ganz normal, dass man zwischendrin einfach auch mal zweifelt.

00:14:47: Das Werte, die für dich nicht verhandelbar sind?

00:14:50: Ähm, wie jeden Fall respektvoller Umgang.

00:14:52: Da gibt es keinen Pardon.

00:14:53: Also, ich bin respektvoll.

00:14:56: Ihr habt untereinander respektvoll zu sein.

00:14:58: Du hast mal gesagt, als Frau mit afrikanischen Wurzeln wird man manchmal unterschätzt.

00:15:03: Was heißt das und wie gehst du damit um?

00:15:05: Das

00:15:05: heißt, ähm, ja.

00:15:08: Es sind Kleinigkeiten, dann kommt irgendwie auch immer jemand, der irgendwas von mir will.

00:15:14: Von uns wird er immer viel gewollt.

00:15:17: Es ist dann immer klar, dass egal wer neben mir steht, er als Chef gesehen wird oder als Chefin gesehen wird.

00:15:23: Also das ist halt einfach ganz normal.

00:15:27: Es passiert halt alltäglich, oder wenn ich mal... den Besen in die Hand nehmen, das mache ich auch noch.

00:15:32: Und was für mich ganz normal ist und in der Uppsabteilung steht und die Uppsabteilung kehre, da merkt man halt schon, wenn dann Kunden kommen und sagen, kennst du sich hier auch aus?

00:15:45: Dann selbstverständlich kenn ich mich aus.

00:15:48: Und ich bin dann auch nicht sauer oder gekränkt, weil ich weiß ja, was ich mache und ich weiß ja, welche Position ich hab.

00:15:53: Wie verändert sich die Wahrnehmung, wenn man Erfolg hat?

00:15:55: Du bist ja nun wirklich sehr erfolgreich.

00:15:57: Ist das anders?

00:16:00: Ich muss sagen, es kommt darauf an, wie man Erfolg sieht.

00:16:02: Also ich fand es schon erfolgreich, die Ausbildung fertig zu haben.

00:16:06: Ich fand es erfolgreich, eine Führungskraft zu werden.

00:16:08: Ich fand es erfolgreich, mehrere Märfte bei der Rebe machen zu dürfen.

00:16:13: Der Schritt war natürlich der Schritt, wo ich selbst sagen kann, okay, jetzt hast du dich aber richtig was gewagt und bin jetzt auch mittlerweile nicht stolz darauf.

00:16:23: Die Wahrnehmung, karaktiv bin ich der gleiche Typ Mensch.

00:16:27: Also ich habe mich keinerlei verändert, was ich merke in der Außenwahrnehmung, dass immer mehr Leute mich darauf ansprechen, was hast du geschafft und wie hast du das gemacht?

00:16:39: Und auch viele Frauen vor allem oder auch Kollegen, die dann immer sagen, hier, was für Probleme hattest du da?

00:16:46: Hast du es geschafft, so erfolgreich zu sein?

00:16:49: Anhand dessen merke ich es halt.

00:16:50: Ansonsten für mich selber war jeder Schritt erfolgreich.

00:16:54: Wenn ich sehe, wo ich herkomme, das war ein sehr langer Weg.

00:16:57: Aber

00:16:58: es ist vielleicht trotzdem noch ein weiter Weg, oder?

00:17:00: Ja,

00:17:01: wobei, wenn es so Stück für Stück weiter in die Richtung geht, glaube ich, kommen wir da auch an, wo wir dann ankommen möchten.

00:17:07: Würdest du jungen Frauen sagen, die in den Handel einsteigen?

00:17:10: Hast du da Tipps?

00:17:13: Ja, seit Motec.

00:17:14: Man muss es auf jeden Fall mit Herzblut machen.

00:17:17: Also ich sage jetzt mal, der Handel, ich bin frei raus, es ist anstrengend.

00:17:21: Es ist manchmal wirklich anstrengend, weil es sehr, sehr viele Situationen auf einen einbrechen, die manchmal nichts mit Lebensmittelverkauf zu tun haben, in die man sich reinformen muss.

00:17:31: Aber es ist auch eine tolle Herausforderung.

00:17:33: Also man muss einfach mutig sein, man muss es mit Leidenschaft machen.

00:17:37: Man muss zu dem stehen, was man tut und halt nicht aufgeben.

00:17:40: Und immer wissen, es wird alles belohnt, was man jetzt tut.

00:17:43: Es kommt der Zeitpunkt, wo man weiß, okay, dafür habe ich es getan.

00:17:46: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert Supermachtmacher auf Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr gerne rein hört.

00:17:55: Und wenn du selbst im Handel etwas bewegst oder jemanden kennst, der hier mal zu Wort kommen sollte, schreib uns gern.

00:18:00: Bis zum nächsten Mal.

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