Champions League im Supermarkt: Die radikale Strategie von Rewe-Chef Karaaslan

Shownotes

Sechs Supermärkte, eine national erfolgreiche Eigenmarke, klarer Kurs: Rewe-Kaufmann Sahin Karaaslan hat das geschafft, woran andere gescheitert sind. Warum? Weil er das Risiko liebt und keine Lust auf Mittelmaß hat.

Wir reden mit ihm über Selbstständigkeit, Fachkräftemangel, Kundenführung, Karriere im Handel und darüber, wie man mit Haltung, Bauchgefühl und einem Team, das mitzieht, Dinge möglich macht, die sonst niemand sieht.

Wenn du schon mal gedacht hast: „Ich hab so viel mehr drauf als mein Job gerade zeigt“ – dann hör dir diese Folge an.

Sahin erzählt, wie er aus einem Tante-Emma-Laden in der Türkei in die Champions League des deutschen Handels aufgestiegen ist. Wie er Mitarbeitende ausbildet, für Deutschland begeistert und warum Roboter, Eigenmarken und mutige Grundrisse in seinen Märkten kein Spielzeug sind, sondern Strategie.

Wir reden über: – Warum der perfekte Supermarkt wie ein gutes Drehbuch ist – Wie man trotz Fachkräftemangel echte Teams baut – Warum viele in der Politik keine Ahnung vom Mittelstand haben – Woran du merkst, ob du für die Selbstständigkeit gemacht bist – Wie Kinder mitentscheiden, wo eingekauft wird – Und was Goethes „Faust“ mit Supermarkt-Karrieren zu tun hat

💡 Wenn dich das inspiriert hat: Folge Supermarkt Macher jetzt auf Spotify, damit du keine Folge verpasst.

Supermarkt Macher: der Podcast für alle, die den Handel besser machen wollen. Echt, mutig, mittendrin.

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen zu Supermarktmacher, der Podcast von LZ-Direkt.

00:00:06: Ihre Gastgeberin Svenja Alberti.

00:00:08: Sie spricht mit Supermarktmacherinnen und Supermarktmachern über alles, was sie bewegt, was sie antreibt und wie sie ticken.

00:00:16: Herzlich willkommen bei Supermarktmacher, dem Podcast von LZ-Direkt für alle, die den Handel besser machen.

00:00:22: Heute sind wir in Mannheim, genauer gesagt bei dem Rewekaufmann Shaheen Karaslan.

00:00:27: Er betreibt insgesamt sechs Märkte und verkauft und vertreibt unter der Marke Dedicatessa mediterrane Feinkost.

00:00:34: Wer Schahin kennt, weiß, er steht nicht still und sagt unverblümt seine Meinung.

00:00:38: Schahin, vielen Dank, dass wir heute bei dir sein dürfen.

00:00:41: Herzlich willkommen.

00:00:42: Schön, dass ihr da seid.

00:00:43: Freu mich sehr drauf.

00:00:46: Schahin, du sagst selbst, mit diesem Markt kann ich Geld verdienen.

00:00:49: Was bedeutet dieser Satz für dich?

00:00:51: Wirtschaftlich, aber auch persönlich.

00:00:54: Gut, es senkt immer von dem Standort ab.

00:00:57: Der Standort ist halt in der Innenstadtlage und ich weiß, welches Sortiment wir dort verkaufen können.

00:01:03: Zum Beispiel wie Getränke, Convenience oder Süßwannen.

00:01:08: Die sind auch spannend richtig, wo auch kaum Verluste da sind.

00:01:13: Das sollte man eigentlich Geld verdienen.

00:01:16: Wie viele Kollegen und Kolleginnen haben dich vor dem neuen Standort gewarnt?

00:01:20: Warum hast du deinen Markt trotzdem umgesetzt?

00:01:23: Tatsächlich, viele haben mich gewandt, ich soll es das nicht machen.

00:01:26: Das hat auch den Hintergrund gehabt, weil seit fünfzeig Jahren an diesem Standort ist nie was gelaufen.

00:01:32: Da gab es so viele Versuche, aber kein Lebensmittel von Elektro bis Pro-Markt usw.

00:01:41: hat nie funktioniert.

00:01:42: Und deshalb hat man gedacht, dieser Standort wird nie funktionieren.

00:01:46: Ich war anderer Meinung, ich lasse mich gerne beraten.

00:01:50: Am Ende des Tages bin ich der Unternehmer und ich übernehme das Risiko und war mir sicher, das wird gut laufen.

00:01:57: Sag nochmal den genauen Standort des Marktes.

00:01:59: Das ist in Heidelberg in der Fahrtgase XVIII, das ist in der Innenstadtlage, Anfang der Hauptstraße.

00:02:06: Ja, interessant, dass viele warnen und du dann trotzdem dein Ding durchziehst und du hast offensichtlich Erfolg.

00:02:11: Genau, deswegen bin ich hier ich und nicht die anderen, Daniel.

00:02:14: Das heißt, jeder muss seine Risiko selber tragen, das ist das unternehmerisches Risiko.

00:02:19: Das macht einen Unterschied.

00:02:20: Was

00:02:20: regt dich dein generell in deutschen Einzelhandel am meisten auf?

00:02:24: Ladendiebstahl und Fachkräftemangel.

00:02:27: Das nervt mich.

00:02:29: In Leim hast du dich als Oberbürgermeisterkandidat aufstellen lassen.

00:02:33: Was hatte ich damals politisch motiviert?

00:02:35: Und was davon ist heute noch so in dir aktiv?

00:02:39: Tatsächlich, ich habe ja vierundzwanzig Jahre in Leim gewohnt.

00:02:44: Und die Geschwister waren immer in Heidelberg.

00:02:46: Ich war auch im Gemeinderat dort, Heidelberg.

00:02:50: Tolle Stadt, aber ich habe in Leimen gewohnt.

00:02:52: Leimen hatte riesen finanziellen Problemen, aber auch die Innenstadtbelebung hat nicht funktioniert, der Handel hat nicht funktioniert.

00:03:01: Durch meine Vernetzung mit Handelsverband und IHK bin ich auch Mitglied der Vollversammlung, wollte ich auch.

00:03:08: der Stadt, wo ich auch lebe, auch was zurückgeben und bei der Meinung, ich kann es besser machen, weil Leimen hat was Besseres verdient.

00:03:17: Teil Leimen ist eine schöne Stadt.

00:03:19: Es ist eine Weinstadt für diejenigen, die es nicht wissen.

00:03:23: Aber die Bürgerinnen und Bürger haben sich für den anderen Kandidaten entschieden.

00:03:30: Wir waren insgesamt vier Bewerber.

00:03:31: Ich bin damals zweiter geworden.

00:03:34: Hat dich das gefuchst?

00:03:35: Hättest du es gerne wirklich gerne selbst gemacht?

00:03:38: Oder warst du nachhinein dann auch ganz froh, dass du es nicht machen musstest?

00:03:42: Weil du ja eigentlich genug Arbeit mit deinen Märkten deckt.

00:03:46: Also ich habe schon Bock gehabt.

00:03:47: dann, ja.

00:03:48: Ich wollte mal so richtig was Schönes auf die Beine stehlen dort und auch mal zeigen, dass es auch anders geht.

00:03:55: Im Nachgang haben die auch gesehen, Leiming geht es immer noch nicht so gut.

00:04:01: Ich wird das ja nochmal was mit dem Oberbürgermeister an.

00:04:04: Du engagierst dich seit Jahren im Bund der Selbstständigen.

00:04:07: Was fehlt dir denn so in der politischen Debatte über Selbstständige und den Mittelstand?

00:04:13: Der Mittelstand ist die tragende Sohle der deutschen Wirtschaft.

00:04:18: Mehr als neun, neunzig Prozent der Unternehmen sind im Mittelstand in Deutschland.

00:04:22: Das wissen viele gar nicht.

00:04:25: Und heutzutage... Aber auch früher in die Selbstständigkeit zu gehen, ist nicht immer so einfach, weil man das ganze Risiko übernimmt.

00:04:33: Ich glaube, in beiden Fällen, sowohl die Selbstständigkeit als auch der Mittelstand, obwohl die so wichtig sind, wird von der Politik nicht geschätzt.

00:04:43: Und deshalb gibt es auch diese Probleme.

00:04:44: dann ja.

00:04:46: Wenn du unser Wirtschaftsminister wärst, was würdest du dann für den Handel anders machen?

00:04:52: Ich würde erst mal mich solch kräftemangel kümmern und besonders... Stromsteuersenkung für alle, dass der Mittelstand auch mal entlastet wird, aber auch, dass die Familien, die zu wenig verdienen oder Mittel verdienen, dann ja, dass sie auch entlastet werden und dadurch würde man die Kaufkraft stärken und dann haben die Leute mehr Lust, auch einzukaufen.

00:05:15: Du hast den Fachkräftemangel angesprochen, was tust du selbst dafür, um Mitarbeiter zu finden?

00:05:22: In erster Linie versuchen wir natürlich aus Deutschland.

00:05:26: Leute zu finden, über Schulen, über Messen, auch online und darüber hinaus, dann gucken wir im Ausland über die deutsche Botschaften, wie wir an die Leute dran kommen, ob das jetzt Azubi sind oder Personalarbeiter.

00:05:41: Versuchen wir sich für uns zu gewinnen.

00:05:43: Die haben meistens auch B-I-Niveau-Zertifikate und setzen bei uns in den Märkten ein.

00:05:49: Was machst du für Erfahrungen mit ausländischen Arbeitskräften?

00:05:57: Über siebzig, achtzig Prozent haben wir ziemlich gute Erfahrungen und am Ende des Tages arbeiten wir dort auch mit Menschen.

00:06:02: Da gibt es auch wieder welche, die halt nicht so sind, die Qualität, die wir uns vorstellen, aber sagt mal, mit Abstand, die Mehrheit sind wir sehr zufrieden und das ist eine richtige Entscheidung.

00:06:13: Wie stimmst du Leute auf Deutschland ein, was sie hier so vorfinden?

00:06:18: Tatsächlich fangen wir erst mal mit dem deutschen Kultur an, wie die Mentalität hier in Deutschland ist, dass die Leute wissen, was überhaupt auf sie zukommt.

00:06:26: Ein anderes Land, andere Glaubensgemeinschaft, andere Kultur, andere Gewohnheiten, andere Prozesse.

00:06:36: Und da machen wir extrem viele Schulungen für sie und bereiten sie auch darauf vor und dann auf das Geschäft, dass sie wissen, was kommt überhaupt auf sie zu, welche Arbeit wird von denen erwartet.

00:06:46: Und wenn sie noch durch der Sprache mächtig sind und ich der Überzeugung bin, dass sie für uns geeignet sind, dann bekommen sie den Arbeitsvertrag und damit bekommen sie auch ein Visum nach Deutschland zu kommen.

00:06:58: springen auch von sich aus einige ab, weil sie sagen, mit der Mentalität in Deutschland, das habe ich mir vielleicht anders vorgestellt, oder die Arbeitsplatzsituation ist eine andere, als ich eigentlich dachte, das kann ich so nicht, ich komme nicht nach Deutschland.

00:07:10: Das gibt es, aber sehr selten, ja.

00:07:13: Die haben wir auch gehabt, das waren irgendwie Kinderwohlhabende Familien aus Neugier.

00:07:19: Sie wollten nach Deutschland kommen, die kennen Bayern München, die kennen Oktoberfest und Deutschland Großes Land, das sie mal gesehen haben.

00:07:26: dann, ja.

00:07:27: Und dann kommen sie und dann sagen sie, das ist nichts für uns.

00:07:29: dann, ja, gibt's auch.

00:07:30: Entschuldigung, ja, nein, war aus.

00:07:33: War an der passenden Stelle.

00:07:34: Ich hab extra gewartet.

00:07:36: Du sagst, du denkst den Markt vom Kunden her, es merkt man auch, wenn man hier durch deinen Markt läuft.

00:07:41: Was heißt das denn konkret, wenn du eine neue Fäge alle planst?

00:07:45: Wie gehst du vor?

00:07:46: Also erstmal schaue ich mir den Grundrissplan an.

00:07:51: Das ist erstmal das Materielle, was ich damit arbeiten kann.

00:07:54: Das mache ich ja auch nicht alleine.

00:07:55: Wir haben dafür auch eine Bauabteilung und ladenle Autor, die uns dabei unterstützen.

00:08:01: Aber es gibt halt einige Aspekte, wo wir darauf achten, da auch nachhaltig und langfristig planen.

00:08:06: Da fangen wir schon mal an, bevor wir Sortimentsplan machen.

00:08:09: Wie wollen wir die Regale hinstellen?

00:08:13: Wie soll die Kundeführung laufen?

00:08:15: Wie wollen wir die Kunden steuern, dass die Kunden durch den Laden laufen, bis zu Kasse?

00:08:20: Das ist erstmal der erste Schritt.

00:08:21: dann und dann kommt Sortiment.

00:08:23: Welches Sortiment, wohin kommt?

00:08:25: Und dass die Gänge sehr breit sind, dass wir keine dunkle Elke haben dann ja, dass das Sortiment nicht untergeht.

00:08:33: Das hat so wichtige Aspekte.

00:08:35: Immer aus Sicht der Kundschaft betrachten.

00:08:37: Ich bin ein Kunde.

00:08:38: Ich bin irgendwie auf der Baubranche beschäftigt oder an der Uni Heidelberg.

00:08:43: Ich habe andere Probleme im Kopf.

00:08:44: Ich gehe im Supermarkt.

00:08:45: Ich möchte einkaufen, aber ich möchte keinen Stress haben dann ja.

00:08:48: Und wenn er Frühstückartikel durch den Laden verteilt ist, dann ist es ein Stressfaktor für den Kunden.

00:08:54: Oder die Genge zu eng sind dann ja.

00:08:56: Das ist auch für die Mitarbeiter ein Stressfaktor.

00:08:58: Dann stehen sie halt im Wege mit dem Kunden.

00:09:01: Beide stören sich gegenseitig.

00:09:04: Man merkt ein sehr entspanntes Einkaufen, aber man merkt auch eine gewisse Struktur dahinter.

00:09:10: Also du lockst die Kunden schon auf in die Wissenzonen, wo es Impulsartikel gibt.

00:09:16: Oder habe ich das falsch verstanden?

00:09:17: Nein, das war so richtig verstanden.

00:09:19: Ich meine, wenn man uns mal nach da oben mal die Süßwarenabteilung anschaut, dann machen wir uns nichts vor.

00:09:25: Zumindest in Deutschland.

00:09:28: entspricht das nicht gesellschaftliche Normen, dass man gewisse Schwäche gegenüber süß waren.

00:09:33: Das kommt nicht gut an, wenn man überall erzählt.

00:09:36: Deshalb haben sehr wenige Leute solche Produkte auf ihrem Einkaufszettel stehen, erst seitens der haben eine Party oder so, also bewusste Einkauf oder Fußballspiel, vielleicht ein bisschen Chips.

00:09:47: Dann führen wir die Kunden so, dass sie wirklich durch diese Zone einfach Richtung Kassel laufen, dann ja, und was passiert, dann kaufen sie es auf einmal, obwohl sie es vorher nicht.

00:09:56: auf einem Einkaufssättel haben.

00:09:58: Zuerst muss man auch als Kaufmann ein bisschen mitdenken und gucken, wo man noch Zusatzumsätze herbekommt.

00:10:05: Absolut, auch sogar bis zur Kastenzone dann, ja.

00:10:08: Diese Inszenierung vor der Kastenzone, diese Kogumi oder andere süße Ware deine kurz vor der Kasse, dann nehmen sie immer noch mal was mit, ja.

00:10:16: Sind auch besonders schön beleuchtet bei dir.

00:10:18: Genau.

00:10:19: Ist

00:10:19: noch mal so ein Extra-Hingucker, macht bestimmt auch noch mal viel aus.

00:10:22: Auf jeden Fall, das kann man nicht übersehen, auch mit Displays, ja.

00:10:26: Kann man nicht übersehen.

00:10:34: Also die Erfahrung ist, dass diese Beleuchtete, was wir haben, im Eingang besser sind, als die eigentlich direkt an SEO-Kasse sind.

00:10:44: Ich denke, das liegt auch daran, weil die Leute haben schon mit ihrem Einkauf fast abgeschlossen, wenn sie schon dort bezahlen wollen.

00:10:51: Oder wenn einige schon bezahlen und merken, wie hoch die... Einkaufsumme ist, dann überlegen Sie sich noch mal, ob Sie noch ein Korb mit drauflegen.

00:10:59: Vielleicht

00:11:00: so schon mit Ihrem Zusammenpacken.

00:11:02: Absolut.

00:11:03: Absolut.

00:11:04: Welche Deiner Ideen hat sich auch der Fläche zuletzt als überraschend wirksame?

00:11:10: Das war tatsächlich in der Innenstadt von Heidelweg, Thema Convenience.

00:11:16: Wir haben eine grundsätzliche Diagramme, auch bei Mopro.

00:11:22: Und das war mir wichtig, dass wir im Eingangsbereich, wo Obst und Gemüse ist, links davon sind ja die Kühlung, nicht nach Diagrammen umsetzen.

00:11:32: Ich habe gesagt, alles was ready to eat, to drink ist, wir nehmen das alles aus Mopro raus und alles wird hier platziert dann.

00:11:38: Das heißt, wir haben zweierlei von Kunden.

00:11:41: Wir haben Kunden, die wollen nur was Kleines kaufen, essen und trinken.

00:11:46: Und wir haben dann andere Kunden, die normal einkaufen wollen.

00:11:49: Erstens, der Vorteil ist, die genauso weg miteinander.

00:11:52: Und der zweite Vorteil ist, der Kunde, der so einfach mal laufkundschaftlichste To-go-Produkte haben möchte.

00:12:00: hat alles da, weil sonst hast du da Choban-Eirander, dann hast du andere Produkte auf der anderen Seite, ist durch den Mopro komplett verteilt dann, oder Milch-Schnitte da auf der anderen Seite.

00:12:12: So hast du alles auf einer Seite und das läuft richtig gut.

00:12:16: Die Leute sind auch dankbar.

00:12:18: Also diese ganze Convenience, Reditorie, to drink, alles zusammen.

00:12:22: Nicht durch die Lieferanten oder nach Marke im Mopro verteilt.

00:12:27: Probierst du selbst viel aus?

00:12:29: oft mal was umstellst?

00:12:33: Probieren zum ersten oder mal so?

00:12:34: Probieren

00:12:35: einfach als Sortiment, wo du was platzierst, dass du auch mal umplatzierst, oder?

00:12:40: Genau, genau.

00:12:41: Das machen wir.

00:12:42: Wir hoffen nicht, dass wir das so oft machen müssen.

00:12:45: Dann hat man vorher falsch gemacht.

00:12:49: Genau, da sind wir ein bisschen sehr vorsichtig, weil ständig umbauen, das ist auch nicht gut.

00:12:54: Da bringt man auch den Kunden durcheinander.

00:12:56: Also bis jetzt war aber das bei uns nicht so oft der Fall.

00:12:59: Zum Glück dann ja.

00:13:00: Das zeigt, dass die Entscheidungen vorher auch richtig waren.

00:13:03: Aber ausschließen kann man das nicht.

00:13:05: Das gibt es immer wieder mal in Kleinigkeiten.

00:13:08: Du arbeitest auch mit Robbatern.

00:13:10: Verzichtest auf Bedientheken, setzt auf zwei klare Kundentypen.

00:13:14: Ist das noch supermarkt oder schon eher retail in Szenierung?

00:13:18: Die Zeiten, dass man einfach mal Kartonware hinstellt und dass der Kunde mit jetzt zur Frieden sind, das ist schon vorbei.

00:13:24: Die heutige Kundschaft will Backfirmere einkaufen und möchte günstig einkaufen und möchte aber auch was Schönes sehen.

00:13:34: Das erwarten sie von einem Supermarkt.

00:13:36: Die Zeiten sind vorbei, dass man einfach mal wahreplatziert und dann wird der Laden von sich aus alleine laufen und zumal jetzt auch die Konkurrenz in Deutschland auch sehr groß ist.

00:13:46: dann.

00:13:47: Was die Metzgereittheke betrifft, das hängt immer vom Standort ab.

00:13:51: Wie Thema Convenience.

00:13:52: Wenn man im Bayerischen Wald oder in einem Schwarzwald in der Elke viel Convenience machen, ist auch nicht immer zielführend.

00:13:58: Da ist natürlich Bedüngstheke angesagt im ländlichen Bereich.

00:14:03: Ohne Bedüngstheke ist es eigentlich ein Todesurteil für den einen Supermarkt.

00:14:07: Aus heutiger Sicht.

00:14:07: Das kann sich in zehn, fünfzehn Jahren vielleicht ändern.

00:14:10: Umgekehrt in den Innenstandlagen.

00:14:13: Das muss einfach konvenislastig sein.

00:14:15: Da interessieren wenige Leute die Bedienungstecke.

00:14:17: Und dadurch, dass meine Märkte eher Innenstadtlagen sind, ist für uns Bedienungstecke kein Thema.

00:14:23: dann ja.

00:14:23: Und auch was die Roboter betrifft, das ist eine Live-Innovation für die Menschen, für die Kunden, besonders auch für die Kinder, die spielen damit und die freuen sich sehr darauf.

00:14:33: Aber mehr Verkaufel tust du durch ein paar Worte nervös.

00:14:37: Ja, ich hoffe, dass dadurch mehr Kinder zu uns kommen, weil das denen Spaß macht.

00:14:40: Am Ende des Tages entscheiden die Kinder, wo die Eltern einkaufen gehen.

00:14:43: Sehr

00:14:44: gut.

00:14:45: Du kamst vor zehn Jahren aus der Türkei nach Deutschland.

00:14:48: Wie sehr prägt dich diese Erfahrung heute noch als Unternehmer?

00:14:53: Tatsächlich, ich bin in einem Dorf neben Tigris in Mesopotamien geboren.

00:15:00: auch die Kindheit dort verbracht.

00:15:02: Im Dorf gelebt, Landwirtschaft, sogar mit sechs, sieben Jahren war ich für zwanzig Ziegen, sogar zuständig.

00:15:10: dann ja, auch schon im kleinen Alter Verantwortung, ja, also auch als Hirtjäger arbeitet.

00:15:18: Als Kind später hat mein Vater einen Onkel Mehmet Kleinladen, hier in Deutschland sagt man Tante Emma Laden, im Dorf aufgemacht.

00:15:29: Die Verantwortung, das hat mir schon als Kind beigebracht.

00:15:34: Aber auch heute, wenn ich jetzt träume, wenn ich denke, wenn ich rechne, alles auf kurdisch.

00:15:42: Das nimmt einem mit einfach.

00:15:44: Wenn du einmal drin hast, dann kannst du es wahrscheinlich nicht mehr steuern.

00:15:48: Deine Frau leitet ja einen deiner Märkte und ihr habt insgesamt fünf Kinder.

00:15:52: Was lernst du denn so als Familienvater, was dir auch im Handel hilft?

00:15:57: Zunächst einmal bin ich sehr froh, obwohl wir das so eng zusammenarbeiten, privat und auch geschäftlich, dass es bei uns so gut läuft.

00:16:04: Das ist auch keine Selbstverständlichkeit.

00:16:09: Aber auch die Kinder sind engagiert, sie freuen sich immer drauf.

00:16:14: So, wie ich auch gelernt habe, als Kind die Verantwortung, das übernehmen Sie jetzt auch.

00:16:18: Langsam die Verantwortung, der kleinste ist zehn Jahre alt, kommt und guckt und der Laden vorgezogen ist und ein Lehrer gut nicht funktioniert, sagt, Papa, das stimmt was nicht, dann ja.

00:16:28: Oder wenn er was sieht, schreibt er manchmal was nicht in Ordnung ist, dann ja.

00:16:33: Da lerne ich nicht nur ich mit Verantwortung, sondern auch die Kinder.

00:16:37: Sehr gut, sehr gut schon.

00:16:40: an Erzogen den Handel zu sagen.

00:16:42: Wirkst immer wie jemand, der mit ganzer Energie für das steht, was er tut.

00:16:45: Was treibt dich denn an?

00:16:49: Ich muss ja nichts machen, aber das, was ich mache, ich möchte das immer richtig machen.

00:16:54: Ich habe kein Bock, irgendwo im dritten Liga zu spielen und Kunstliga ist auch nicht schlecht, aber ich möchte nicht nur im Champions League spielen, sondern auch dort bleiben.

00:17:03: Das ist immer so mal die innere Motivation.

00:17:05: Warum ich das einfach alles dafür tue?

00:17:08: Das kostet natürlich auch gewisse Operschaft, Lebensqualität, Zeit, Nerven.

00:17:14: Das ist mir bewusst, aber diese Operschaft klingel ich, weil ich das so haben möchte.

00:17:18: Du hast auch deine eigene Eigenmarke, die die Cateser gegründet und die ist mittlerweile in den Fünfhundert Märkten gelistet.

00:17:25: Was war da die zündende Idee dahinter?

00:17:29: Svenja, wir werden irgendwann mal alle sterben.

00:17:32: Und tatsächlich war mir immer wichtig, dass ich auch nach meinem Leben irgendwelche Spuren hinterlasse.

00:17:38: Dass man sagt, das war sein Werk.

00:17:41: Und daran habe ich echt sehr, sehr lange gearbeitet.

00:17:44: Auch mit Logo, welche Produkte und die auch nachhaltig sind vor allem.

00:17:48: Wir reden jetzt über mediterranen Spezialitäten.

00:17:51: Ich glaube, die werden immer wichtig bleiben, weil sie einfach gesunde Produkte sind.

00:17:56: Und das war meine Motivation.

00:18:08: Du setzt bewusst auch auf Produkte die Erklärung.

00:18:25: Und dann kommen sie zu uns und sagen, das hat nur der Leckertester.

00:18:33: Wir wollten ja bewusst bei Hülsungsflüchtlinge die Nummer eins in Deutschland sein, dieses Sortiments breite und tiefe hat kein Unternehmen, kein Lieferant in Deutschland.

00:18:42: Da sind natürlich nicht alle Schneeldrecher wie Mungborn dann ja, aber das Sortiment haben wir.

00:18:47: Wie wichtig ist denn der Preis für den Erfolg von der Leckertester?

00:18:50: und wie definierst du Qualität?

00:18:54: Gut, die Lateiners sagen, Pakta zu uns erwandert, Verträge sind einzuhalten.

00:18:59: Wenn wir unseren Kunden sagen, mit unseren Produkten können sie Geld verdienen und der Preisambergall für den Kunden auch angemessen ist und auch die Qualität stimmt, dann hat das auch eine Zukunft.

00:19:15: Und wenn die Leute wissen, mit der Legatelle verdiene ich Geld, dann werden wir auch interessant für den Handel.

00:19:22: Was würdest du einem Kollegen raten, der eine eigene Marke aufbauen will?

00:19:29: Ich würde ihm erst mal sagen, erst mal gut überlegen, ob das eine gute Idee ist.

00:19:33: Weil tatsächlich, weil es so eine Marke aufzubauen in den Dimensionen ist, keine Selbstverständlichkeit, wir verkaufen inzwischen auch im Ausland.

00:19:45: Es gibt immer wieder mal Kollegen, die so lokal immer mal was machen, dann ja, aber nur auf lokaler Ebene, dann ja, aber so Dimensionen bundesweit und dann auch international auf den Messen.

00:19:55: Das ist schon eine große Herausforderung.

00:19:57: Das kostet nicht nur Geld, Zeit, auch Nerven und auch gewisses Risiko.

00:20:01: Aber auch die Idee muss ja auch funktionieren, dann ja.

00:20:04: Es ist ja nicht so, dass der deutsche Handel wartet, bis irgendeine Kaufmann oder Kaufraum eine Marke auf der Markt bringen, dann ja, das ist ja nicht so.

00:20:13: Und internationale Spezialitäten, ja.

00:20:15: Riesensortiment, was jeder baue.

00:20:18: Ist so.

00:20:20: Du hast sechs Märkte, eine Marke, ein starkes Team.

00:20:23: Was fehlt noch?

00:20:25: Ich habe mal in der Abitur prüfen, das Thema Faust genommen vom Goethe.

00:20:34: Und wer das kennt, der weiß, dass es nicht so einfach ist.

00:20:38: Und da geht es auch um Thema Stilstand und Fortschritt.

00:20:42: Das hat mich... bis heute lebenslang geprägt dann ja.

00:20:46: Allein wenn man dort bleibt, wo man ist, das ist schon mal still stand.

00:20:50: Obwohl man sehr gut ist, aber wenn man sich nicht weiterentwickelt, das ist eigentlich schon still stand dann ja.

00:20:55: Und wir haben so viele Chancen noch besser zu werden auf der Fläche, in den Märkten noch besser zu machen.

00:21:03: Mit Delikatesse ist noch nicht überall drin im Handel und im International.

00:21:09: Da ist noch viel Arbeit.

00:21:10: Da bin ich noch am Anfang und ich stehe immer noch unter Strom.

00:21:14: Du hast auf einiges auf jeden Fall viel vor.

00:21:19: Es gibt immer schwierige Zeiten und ich sage immer, es gibt immer eine Lösung und denke nie daran aufzugeben.

00:21:29: Sehr schön, können wir uns alle in der Scheibe von abschnachen.

00:21:32: Wenn du einen jungen Menschen heute einen Rat mitgeben würdest, der sich selbstständig machen will, als Kaufmann, was wäre das?

00:21:39: Ich würde erst mal empfehlen, dass die Person sich ... Gut auf die Selbstständigkeit vorbereitet.

00:21:48: Was ist Selbstständigkeit?

00:21:49: Was bedeutet Selbstständigkeit?

00:21:51: Was muss ich tun?

00:21:54: Geh

00:21:54: ich vor mir gegen Küche?

00:21:56: Oder was muss ich einfach bringen?

00:21:59: Was sind die Vor- und Nachteile?

00:22:01: Das Problem haben halt viele Leute, die sich vorher nicht gut erkundigen.

00:22:05: Was bedeutet überhaupt Selbstständigkeit?

00:22:07: Und dann gehen sie da rein, dann haben sie teilweise mal Schwierigkeiten.

00:22:10: Deshalb, dass sie das erst mal verstehen.

00:22:13: und welche Vorteile das für Sie hat und welche Nachteile das hat.

00:22:17: Und dann können Sie sich immer noch überlegen, ob Sie das machen wollen oder nicht.

00:22:20: Aber die Vorbereitung ist mehr als fünfzig Prozent.

00:22:25: Was ist für Dich der wichtigste Satz, den Kunden und Kunden nach einem Einkauf bei Dir sagen sollten?

00:22:32: Al-Karaslan.

00:22:34: Es hat Spaß gemacht, bei Ihnen einzukaufen.

00:22:35: Wir kommen gerne wieder.

00:22:37: Vielen Dank, dahin.

00:22:39: Das war ein sehr schönes Gespräch und wir wünschen dir weiterhin sehr viel Erfolg und sind gespannt, was du alles so auf die Beine stellen wirst in Zukunft.

00:22:46: Ich danke dir.

00:22:47: Schön, dass ihr gekommen seid.

00:22:48: Gute Zeit, bleibt gesund.

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