Respekt als junge Chefin: Wie sich Semai Akale (Rewe) durchsetzt

Shownotes

Als Kind teilte sie sich mit drei Brüdern 40 Quadratmeter. Heute führt sie in Mainz einen der spannendsten Rewe-Märkte: Semai Akale. Von der Aushilfe hat sich zur selbstständigen Kauffrau hochgearbeitet. Was treibt sie an?

In dieser Podcast-Folge von "Supermarkt Macher" geht es um Momente der Überforderung, über Mut, Haltung und darum, was passiert, wenn einem ständig niemand glaubt, dass man die Chefin ist. Semai Akale erzählt, wie Führung ohne Bullshit-Floskeln funktioniert und warum sie ihr Team lieber zum Frühstück einlädt als zur Teambuilding-Übung.

Es geht um Hafenrunden in der Mittagspause, um Burrata von Feine Welt, Markenliebe und wie sie gelernt hat, die eigene Geschichte als Stärke zu sehen

Ein Gespräch über Mut, Realität und den Moment, in dem man aufhört, sich kleinzumachen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich bin der Meinung, dass man groß denken muss, um an seine Ziele zu kommen.

00:00:04: Trotz all dessen gab es natürlich Momente, wo ich trotzdem gedacht habe, die Komischen hier aus der Nummer wieder raus.

00:00:12: Herzlich willkommen zu Supermarktmacher, der Podcast von LZ-Direkt.

00:00:18: Ihre Gastgeberin Svenja Alberti.

00:00:20: Sie spricht mit Supermarktmacherinnen und Supermarktmachern über alles, was sie bewegt, was sie antreibt.

00:00:26: Und wie Sie ticken.

00:00:31: für alle, die den Handel besser machen.

00:00:34: Heute geht's an den Rhein, genauer gesagt nach Mainz-Zollhafen.

00:00:37: Dort steht einer der spannendsten Rewe-Märkte Deutschlands.

00:00:41: Direkt an einer Boots-Allege-Stelle, mit einem Team so vielfältig wie die Kundschaft und einer Chefin, die für viele ein echtes Vorbild ist.

00:00:50: Sie kam als Aushilfe zur Rewe, heute ist sie selbstständige Kaufraum mit eigenem Markt.

00:00:54: Ich freue mich auf das Gespräch mit Seemai Akalle.

00:00:57: Schön, dass du da bist, Seemai.

00:01:00: Da sein darf.

00:01:04: Ja, Seemai, wie ist das denn bei dir so ein typischer Morgen?

00:01:07: Kaffee, Kontrollgang oder erstmal einen Blick auf den Rhein?

00:01:10: Also ich

00:01:11: fahre erstmal auf die Arbeit und trink erstmal meinen Kaffee und dann schaue ich mal so, was so ansteht.

00:01:17: Lauf aber eine Runde durch den Markt und begrüße meine Mitarbeiter.

00:01:21: Seh mal zu, was gibt es für Problematiken?

00:01:24: Was gibt es für schöne gute Neuigkeiten?

00:01:27: Genau, dann kommunizieren wir erst mal ein bisschen und dann, ja, kooperieren wir uns und dann geht's los an den Satz.

00:01:35: Also ein warmes Willkommen jeden Morgen.

00:01:38: Genau.

00:01:39: Du hast einen wirklich besonderen Arbeitsplatz so direkt am Rhein.

00:01:42: Was bedeutet dieser Ort für dich?

00:01:44: Ist der dir ans Herz gewachsen?

00:01:45: Ja,

00:01:46: das auf jeden Fall.

00:01:47: Weil es ist eigentlich so ein kleines Baby.

00:01:49: Wir haben vor sieben Jahren, als wir eröffnet haben, waren wir eigentlich komplett alleine an dem Zollhaken.

00:01:56: Und er wird ständig belebt.

00:01:58: Die Infrastruktur wird ausgebaut.

00:02:00: Es ist wirklich lebendort.

00:02:01: Es ist schön.

00:02:03: die Nachbarn kennenzulernen, die auch tatsächlich unsere Stammkunden geworden sind.

00:02:07: Also es macht wirklich Spaß mittlerweile.

00:02:09: Und die Location ist natürlich ein Traum.

00:02:13: Jetzt schaffe ich es auch mittlerweile mal eine Hafenrunde zwischendurch zu laufen.

00:02:16: Und es ist wirklich wirklich toll, was da entstanden ist.

00:02:20: Sehr schön.

00:02:20: Also klingt nach richtig, nach Lifestyle.

00:02:23: Ist das eher Vorteil für dich und deinen Markt oder hat das auch was mit Herausforderungen zu tun?

00:02:28: Ja, also mit dem Lifestyle kommen auch die Vorteile.

00:02:31: Also wir haben ja ganz viele sportliche Kunden, Kunden, die auf ihre Ernährung achten.

00:02:37: Dadurch fällt es uns halt einfacher, unser Sortiment anzupassen.

00:02:40: Wir verkaufen sehr viel Sportlernahrung, sehr viel vegane Produkte, vor allem auch Bio.

00:02:45: Wir sind sehr Bio-Affin.

00:02:47: Und ja, bringt eigentlich mehr Vorteile wie Nachteile.

00:02:50: Genau.

00:02:51: Sehr schön.

00:02:52: Manche kennen deine Geschichte, so vom Aushilfsjob zur Kaufrau.

00:02:56: Was war so der entscheidende Wendepunkt in deiner Karriere?

00:02:59: Wann hast du gefühlt?

00:03:01: Im Handel bin ich richtig.

00:03:02: Also im Handel habe ich es eigentlich ziemlich schnell gefühlt.

00:03:08: Ich wollte eigentlich eine andere Ausbildung machen.

00:03:09: Ich wollte ja eine andere Branche.

00:03:12: Es hat aber leider damals nicht geklappt.

00:03:14: Na ja, leider, im Nachhinein nicht leider.

00:03:16: Welche Branche wolltest du denn?

00:03:18: Ich wollte eigentlich Bankerfrau werden, hatte aber keine Chance, dann hatte nebenbei bei der Rewe als Aushilfe gearbeitet und dann hat mein dameliger Ausbilder gesagt, komm, du sollst jetzt nicht daheim hocken, mach doch die Ausbildung bei uns.

00:03:30: und nach einem halben Jahr hab ich dann zu ihm gesagt, okay, das ist toll, mir gefällt es, zumal man dann auch erst wusste, okay, es geht nicht um Regale aufräumen oder einräumen, sondern da hängt viel mehr dran, dass es sehr spannend ist.

00:03:43: Und aufgrund dessen habe ich dann beim Ausbilder gesagt, okay, ich zieh das ja zu durch, aber ich will alles wissen, was sie wissen.

00:03:50: Sehr gut.

00:03:50: Also schon immer eine große Neugierde und Willenskraft, würde ich sagen.

00:03:56: Da hast du dich damit dreißig selbstständig gemacht.

00:03:59: Was hat damals so am meisten Mut gekostet?

00:04:02: Es ist eigentlich... eigentlich ist es... Der Schritt, also ich war ja sehr gut vorbereitet.

00:04:08: Ich habe bei der Rewe sehr viele Märkte schon gemacht, auch als Marktleiterin.

00:04:12: Kleine Märkte, große Märkte.

00:04:14: Also eigentlich war ich total gut vorbereitet, aber es ist, wie es immer im Leben ist, eigentlich so die Angst, die einen erst mal gehemmt hat.

00:04:22: Und ein paar Jahre vorher war ich tatsächlich, gab es schon einen Standort, den ich ganz lokativ fand.

00:04:29: Da habe ich, hatte ich irgendwie abgeschreckt, warum auch immer.

00:04:32: Es war einfach der letzte Schritt, einfach die Angst, die mich da ein bisschen verhindert hatte.

00:04:36: Und dann ist die Kollegin dieses Standort auch sehr erfolgreich geworden, den Gönnys auch wirklich von Herzen und hat dann auch gesagt, okay, also man muss seine Angst überwinden, um auch diese Chance zu haben und auch das erleben zu dürfen, dass man auch erfolgreich sein kann.

00:04:51: Hast du dich im Nachhinein geärgert, dass du es damals nicht gemacht hast?

00:04:55: Nee, weil ich bin eigentlich ein Mensch und sage, es soll alles so sein, wie es sein soll.

00:04:59: Also ich war dort jetzt in Mainz zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

00:05:04: Das muss auch passen.

00:05:05: Da hast du bestimmt gewartet und das richtig gemacht zu warten.

00:05:11: Und auch mein Bauchgefühl dann gewartet.

00:05:13: Wie ist es an so einem Standort und wie fühlt man sich da?

00:05:17: Ja.

00:05:18: Und auf dem Weg in die Selbstständigkeit in den ersten Jahren gab es irgendwie Momente, wo du dachtest, das war jetzt aber ein Fehler oder das habe ich zu groß gedacht, das ist doch ein ganz schöner Batzen.

00:05:29: Ein

00:05:30: Fehler würde ich nicht sagen und zu groß denken auch nicht.

00:05:32: Ich bin der Meinung, dass man groß denken muss, um an seine Ziele zu kommen.

00:05:35: Sehr gut.

00:05:37: Trotz all dessen gab es natürlich Momente, wo ich trotzdem gedacht habe.

00:05:42: Wie komme ich denn hier aus der Nummer wieder raus?

00:05:44: Vor allem dann, wenn Themen auf dem Tisch kommen, mit dem man vorher nichts zu tun hatte, sei es technische Anlagen, wo man sich erst mal durchwürsteln muss.

00:05:52: Und ich meine, wir haben im Tagesgeschäft schon sehr, sehr viel, sonst auch zu tun.

00:05:57: Es sind natürlich hundert Probleme, wenn man frei rausgesagt, auf einmal aufeinander treffen und man in diesem Moment keine Lösung sieht.

00:06:03: weil man einfach voll ist, nicht weil man das Problem nicht lösen kann, ist es natürlich schon so, dass man denkt, oh mein Gott, oh mein Gott, ich brauche jetzt wieder eine klare Linie.

00:06:11: Was hast du dir hier angetan?

00:06:12: Aber das sage ich einfach nur so, so eine Loppe, ne?

00:06:15: Sobald ich wieder in eine Richtung weiß, wo ich hinlaufen muss und mich wieder neu sortiert habe, ist es dann auch alles gar nicht mehr so schlimm.

00:06:22: Und ich bin auch der Meinung, man braucht auch genau diese Punkte, dass man auch über seine Grenzen geht.

00:06:29: Genau, weil wenn man die nicht die Grenzen nicht... annimmt oder die Herausforderung nicht annimmt, kann man auch überhaupt nicht erfolgreich werden.

00:06:37: Und deswegen, ja, und es ist auch für mich ganz normal, dass man zwischendrin einfach auch mal zweifelt.

00:06:42: Sonst werden man ja auch kein Mensch.

00:06:45: Na klar, und dich unterstützt sicherlich auch dein Team dabei.

00:06:49: Da mag das auch bekannt für ein sehr starkes und diverses Team.

00:06:53: Wie gelingt das denn so im Alltag?

00:06:55: Das Team... zu stärken und im Rücken auch zu haben, dass die deinen Rücken stärken.

00:07:00: Also vor allem war es, glaube ich, für mein Team auch wichtig, dass sie Vertrauen zu mir haben, dass ich auch so bin, wie ich bin.

00:07:05: Also ich bin überall der gleiche Mensch, egal ob ich auf der Bühne stehe oder mit euch hier weht oder mit meinen Freunden unterwegs bin.

00:07:11: Das hat halt mein Team auch gemerkt.

00:07:12: Die wissen auch total, okay, das ist ihre Grenze.

00:07:15: Also es geht gegen alles über Vertrauen.

00:07:18: Und ansonsten ist es im Alltag so, wir unterhalten uns halt viel.

00:07:23: Ich meine, ich habe ein offenes Off für meine Mitarbeiter, weil ich immer sage, Wenn ich weiß, wie es den geht, fällt es mir einfacher, sie zu führen.

00:07:29: Dann kann man weniger einem auf den Schlips treten oder hier, oder das den Gedanken in den Mitarbeiter produzieren.

00:07:36: Ich habe schon so viele Probleme und jetzt bin ich schon einen ganzen Tag hier oder acht Stunden gefühlt und jetzt kriege ich noch einen auch einen Deckel.

00:07:43: Ich finde, das kann man manchmal auch umgehen, wenn man die Problematiken der Menschen halt einfach kennt.

00:07:48: Was droppen, was nichts mit der Arbeit zu tun hat, sondern... Was haben sie denn noch in ihrem Privatleben für Sorgen?

00:07:54: Ich meine, die sind die meiste Zeit auf der Arbeit und sie sind, glaube ich, auch einfach froh, dass sie ein Ansprechpartner haben, mit dem sie reden können.

00:08:01: Und ich bin aber auch froh, dass ich es mittlerweile auch zurückbekomme und auch mal nach mir geguckt wird.

00:08:06: Also wir sind ja auch alles Menschen.

00:08:09: Und ja, dafür muss ich viel tun, dafür mussten die Mitarbeiter viel tun.

00:08:14: Aber genau, vertrauensvolle, auf Augenhöhe, respektvolle Arbeit.

00:08:21: Das ist eigentlich sehr

00:08:22: schön.

00:08:23: Sehr schön.

00:08:24: Warum?

00:08:24: Was so ist, wie es ist.

00:08:27: Gibt es Werte, die für dich nicht verhandelbar sind?

00:08:30: Wie ich eben schon gesagt habe, also auf jeden Fall respektvoller Umgang.

00:08:32: Da gibt es keinen Pardon.

00:08:34: Also ich bin respektvoll.

00:08:36: Ihr habt untereinander respektvoll zu sein.

00:08:40: Mir ist es halt wichtig, dass wir im Haus Frieden haben.

00:08:43: Ich meine, wir haben Stress.

00:08:44: Ganz normal.

00:08:45: Aber ich sage immer, wir hier, wir müssen einfach hier zusammenhalten.

00:08:49: und uns auch mal einfach die Meinungen sagen können.

00:08:51: Ich sage dann auch natürlich auch immer hier, das hat nichts mit dir zu tun, das wissen die Mitarbeiter auch mittlerweile, aber wir müssen die Sache jetzt einfach besprechen und das funktioniert eigentlich ganz gut.

00:09:01: Geht aber auch nur, wenn sie es vertrauen in einen haben, dann kann man auch mal frei rausreden, was einem stinkt oder auch nicht.

00:09:08: Genauso aber auch umgetreten.

00:09:10: Also wenn jemand zu mir kommt und sagt hier, Chef, das fand ich jetzt nicht so, dann muss es halt mal ausdiskutiert werden und einfach geklärt werden und aus der Welt geschafft werden.

00:09:18: Hört sich nach einer offenen Kommunikation an.

00:09:22: Was machst du konkret, wenn Spannungen im Team entstehen?

00:09:26: Eigentlich ins Gespräch gehen.

00:09:29: Es ist wie überall.

00:09:32: Ich versuche natürlich, meistens sage ich immer, hm, kriegt ihr das auch ohne mich hin?

00:09:35: Das wäre ja schön.

00:09:36: Manchmal braucht ihr mich hier eigentlich gar nicht dazu.

00:09:39: Man muss einfach mal sein Stolz auch mal beiseite legen, manchmal.

00:09:42: Um einfach der Frieden halber.

00:09:44: Und wenn es dann nicht funktioniert, dann setzen wir uns hin.

00:09:47: Eigentlich ist das dann mit einem Karriereichens geklärt.

00:09:49: Meistens sind es dann irgendwelche Missverständnisse oder irgendwas, wo sich einfach Wut anstaut, dass eigentlich in dem Moment schnell geklärt ist, wenn man sich da drüber unterhält.

00:10:00: Man muss es ansprechen,

00:10:02: genau.

00:10:04: Wie schaffst du es, nahbar zu bleiben, auch als Chefin?

00:10:07: Also ich bin ja jeden Tag in meinem Laden, alleine auch umnahbar zu bleiben.

00:10:13: Und ja, wie gesagt, das für mich hat alles mit der Kommunikation zu tun.

00:10:20: Also ich habe mich jetzt, sag ich mal, nicht emotional entfernt.

00:10:23: Also ich bin jetzt gerade auf dem Weg, nicht mehr im Unternehmen zu arbeiten, sondern am Amtunternehmen zu arbeiten.

00:10:27: Und dann haben meine Mitarbeiter schon gesagt, oh nein, Chef, findest du langweilig ohne dich.

00:10:31: Und dann sag ich, ich bin nicht weg.

00:10:33: Ich bin noch da.

00:10:34: Nur ist es jetzt eine Zwischenstelle, die sich jetzt auch um was kümmern kann.

00:10:38: Und dass ich mich einfach nochmal eventuell um andere Dinge kümmern kann.

00:10:42: Und genau, aber mir ist es auf jeden Fall wichtig.

00:10:45: Ich sage jetzt vorgestern, nee, am Samstag war das jetzt, dann habe ich den Tisch gedeckt im Frühstücksraum.

00:10:51: Und ja, hab schön mal im Buffet hingestellt und hab den Mitarbeitern gesagt, so, die haben so wenig Zeit miteinander.

00:10:58: Jetzt ist mal die halbe Stunde, alles egal.

00:11:00: Wir setzen uns jetzt einfach mal hin und haben jetzt einfach mal eine halbe Stunde Spaß und essen einfach mal zusammen in Ruhe.

00:11:05: Das sind dann schon so Kleinigkeiten.

00:11:08: die sehr großes bewirken.

00:11:09: Also alle freuen sich dann immer alle umgeschöpfen, Dankeschöpfen, müssen net an der Kasse stehen und dann wird noch die Pausenzeit abgezogen und so weiter.

00:11:18: Also für Kleinigkeiten bewirken dann schon viel.

00:11:20: Sehr schön.

00:11:21: Wenn man mal so deinen Sortiment betrachtet, welche Rolle spielt Lokalität und Regionalität bei dir?

00:11:28: Das ist mir vor allem sehr wichtig.

00:11:30: Vor allem haben wir ja ganz viele kreative Menschen in Mainz, die Produkte entwickeln und es ist halt wichtig, nahbar zu sein.

00:11:39: Nabe an der Stadt zu sein und auch die ganzen Startups zu fördern, zu pushen.

00:11:45: Es ist eine Wind-Wind Situation.

00:11:46: Ich meine, das sind alle Studenten, die haben einen riesen Netzwerk und dadurch entsteht halt ein toller Kreislauf.

00:11:52: Also wir unterstützen uns gegenseitig, tolle Netzwerke.

00:11:55: Wir haben jetzt auch in vier Wochen in... Eine schöne, nach wie nennt man, Charity Run organisiert.

00:12:03: So Sachen entstehen dann halt aus solchen Dingen.

00:12:06: Da, wo wir was spenden, dann werden zweihundert Menschen, das sind die Mainzer Runner, die werden für einen guten Zweck rennen.

00:12:12: Von uns gibt es dann noch mal schöne Goodies und schöne Päckchen.

00:12:15: Ja, und das entsteht halt durch solche Kontakte am Ende.

00:12:17: Und

00:12:18: präsentierst du diese Start-ups irgendwie extra im Markt?

00:12:21: Haben die eine besondere Ecke?

00:12:22: Nee, das nicht.

00:12:23: Also die tun sie dann über Social Media vermarkten oder sprechen untereinander.

00:12:28: Ich sage jetzt mal... Wir sind ja der größte Rebemarkt in Mainz.

00:12:31: Da kommen die Leute dann auch schon hin.

00:12:33: Also generell, weil wir halt wirklich ein vielfältiges Sortiment haben.

00:12:39: Die wissen, dass es bei dir immer coole Sachen gibt.

00:12:41: Genau, wir bewühlen uns auf jeden Fall davon und wissen tun das.

00:12:44: Gibt es einen Sortiment, das dir besonders am Herzen liegt?

00:12:47: Das muss ich mal überlegen.

00:12:49: Dieses eigentlich gerade hatten.

00:12:51: Diese Start-up-Geschichte, die macht mir wirklich richtig Spaß.

00:12:54: Natürlich auch unsere Eigenmarken.

00:12:57: Die machen es auch Spaß, vor allem, weil sie auch den Kunden mit reinziehen.

00:13:02: Und ja, genau.

00:13:04: Ansonsten arbeiten wir auch mit den regionalen Bauern teilweise zusammen.

00:13:09: Das sind halt die Dinge, die einem Spaß machen.

00:13:13: Was ist mit Marken?

00:13:14: Spielen die noch eine Rolle bei dir?

00:13:15: Oder ist die Eigenmarke schon längst toller in deinen Augen?

00:13:20: Erfolgreicher.

00:13:23: Ich würde sagen, dass eine kommt mit dem anderen.

00:13:25: Also durch unsere Eigenmarken kriegen wir den Kunden ins Haus und dadurch kauft er auch die Markenprodukte.

00:13:31: Deswegen finde ich jetzt, es ist alles wichtig, um einfach das Unternehmen am Laufen zu halten.

00:13:36: Ja, und natürlich mag ich unsere Rehbereigenmarken, vor allem die Boratter von Feine Welt.

00:13:43: Das ist ein sehr, sehr guter Artikel und genau, das schmeckt auch sehr gut.

00:13:48: Welche Rolle spielen denn Aktionen für dich?

00:13:51: Was für Aktionen?

00:13:52: Also sind das Mitarbeiteraktionen, sind das Spendenaktionen oder generell Angebote?

00:13:57: Angebote.

00:13:58: Okay, ist auch sehr wichtig.

00:14:00: Ich meine, die Konkurrenz schläft nicht.

00:14:04: Und aus diesen Gründen ist es sehr, sehr wichtig, diese Angebote anzubieten und genau, womit auch weiterhin die Kundschaft im Haus zu haben.

00:14:12: Du hast gerade auch Aktionen angesprochen.

00:14:15: Was macht ihr, um die Mitarbeiter, die Kunden ins Haus zu kriegen durch bestimmte Events oder... Zum Beispiel wie so ein Charity Event.

00:14:23: Was macht ihr noch?

00:14:24: Also gut, wir haben ja auch Verköstigungen, die wir starten.

00:14:29: Machen wir noch.

00:14:30: Jetzt muss ich mal ganz kurz überlegen.

00:14:31: Wir machen irgendwie so viel.

00:14:33: Ja, ab und zu meine Verlosungsaktion.

00:14:38: Was haben wir noch gemacht?

00:14:39: Wir haben auch schon, also Soziales gemacht, mit den Kindergarten, Makurbisschnitzen.

00:14:46: Ich

00:14:46: glaube mal, was war in der Schiffsparty gehört, was war das?

00:14:49: Ja,

00:14:49: haben wir tatsächlich auch gemacht, da hatte ich meine Mitarbeiter, ich glaube, das war fünf Jahre nach der Eröffnung, da habe ich gesagt, okay, es wird jetzt Zeit, was Tolles zurückzugeben.

00:14:58: Und dann habe ich mal ein ganzes Schiff gemietet für die Mitarbeiter, da sind wir auf dem Rhein rumgeschippert, haben Party gemacht, haben was gedrunken.

00:15:05: Ist auch sehr wichtig vor allem fürs Team, weil wir im Alltag ja sehr wenig Zeit voneinander haben, muss man ja ehrlich sagen.

00:15:11: Also wir kriegen nicht alle Mitarbeiter zusammen.

00:15:13: Ich habe immer zwischen fünf, fünfzig und sechzig Mitarbeiter.

00:15:15: Mitarbeiter in verschiedenen Schichten.

00:15:17: Und dann ist es halt einfach mal schön, dass man sich untereinander kennenlernt, mal ohne Stress, das ist nämlich was ganz ganz anderes.

00:15:23: Und auch das Arbeiten danach ist es einfach toll.

00:15:25: Und auch heute sagen sie mal, Chefin, das war so schön, Chefin, das war so schön.

00:15:28: Und deswegen bin ich auch gerade dabei, mir was als nächstes einfallen zu lassen, damit man halt auch zwischendrin den Mitarbeiter readchats, weil ohne die werde ich auch nicht da, wo ich bin.

00:15:37: Das muss man auch klar sagen.

00:15:40: Ja.

00:15:41: Du hast mal gesagt, als Frau mit afrikanischen Wurzeln wird man manchmal unterschätzt.

00:15:46: Was heißt das und wie gehst du damit um?

00:15:49: Was das heißt?

00:15:52: Es sind Kleinigkeiten.

00:15:53: Dann kommt irgendjemand, der irgendwas von mir will.

00:15:58: Von uns wird er immer viel gewollt.

00:16:02: Es ist dann immer klar, dass egal wer neben mir steht, er als Chef gesehen wird oder als Chefin gesehen wird.

00:16:08: Also das ist halt... Einfach ganz normal.

00:16:10: Für mich ist es normal.

00:16:11: Für andere, die neben mich stehen, die sind immer geschockt.

00:16:13: Auch meine Mitarbeiter, Chefin, der wusste halt nicht besser, der Mensch vor mir, hat mich einfach unterschätzt.

00:16:21: Also es kommt dann schon manchmal so rüber so, das ist Chefin, das kann doch nicht ihr gehören, das muss doch ein Mann sein, das ist doch ein Männername.

00:16:29: Das ist immer ganz lustig.

00:16:31: Und es passiert halt alltäglich, oder wenn ich mal den Besen in die Hand nehme, das mache ich auch noch.

00:16:38: Und was für mich ganz normal ist und in der Obstabteilung steht und die Obstabteilung kehre, da merkt man halt schon, wenn dann Kunden kommen und sagen, kennst du sich hier auch aus?

00:16:51: Na selbstverständlich kenne ich mich aus.

00:16:53: Und dann sagen immer meine Mitarbeiter, warum hast du denn nicht gesagt, dass du geschäftest?

00:16:58: Die werden

00:16:58: das nach und nach von selbst mitkriegen und es ist wichtig.

00:17:02: für uns alle, dass jeder für sich weiß, wer er ist und was er macht, deswegen kann ich damit ganz gut umgehen.

00:17:06: Also ich bin dann auch nicht sauer oder gekränkt, weil ich weiß ja, was ich mache und ich weiß ja, welche Position ich habe und der Mensch gegenüber erfährt das.

00:17:14: Erfährt das und dann ist er okay.

00:17:16: Schön, dass du das mit Humor und Gelassenheit nimmst.

00:17:20: Spürst du, dass du für andere ein Vorbild bist?

00:17:23: Also das hört man ja, alle sprechen dich mit Stefan an.

00:17:26: Ich glaube, du bist ein sehr großes Vorbild.

00:17:27: Spürst du das selbst auch?

00:17:29: Ja, also ich spürst es nicht nur.

00:17:30: Ich kriege es auch tatsächlich aufgesagt und ich merke es ja auch am Feedback von den Menschen.

00:17:36: Also ob es beruflich ist oder auch privat ist, holt man sich meistens eigentlich immer bei mir ein Rate irgendwie ein und nimmt es auch wahr.

00:17:44: Oder auch wenn ich was sage, weiß der Mensch auch eigentlich meistens gegenüber.

00:17:48: Das ist so, sondern ich will jetzt keinen kränken oder keinen ärgern oder wie auch immer, sondern okay, das kann ich hier abkaufen.

00:17:54: Und dann nimmt man sich es auch zu Herzen.

00:17:56: Also doch, also auch die Mitarbeiter sagen immer, wow, Chefin.

00:18:00: Und das, was ich jetzt auch merke, also vor allem bei den Mitarbeitern, dass die eins von mir gelernt haben ist, also ich habe es auch persönlich weiterentwickeln, es sitzt kein Aufgeben.

00:18:11: Und das haben die halt gesehen.

00:18:13: Egal welches Problem da ist, ob ich mal da hoch und mal fünf Minuten hier so sitze und sage, oh mein Gott, oh mein Gott.

00:18:19: Aber aufgeben

00:18:20: ist

00:18:20: keine Option.

00:18:21: Und das haben die sich echt angeeignet, ne?

00:18:24: Die sind da echt lockerer, ne?

00:18:25: Dann kommen dann zehn Probleme und dann sagen sie selbst schon, ach Schädmann, das machen wir schon.

00:18:31: Also es hat tatsächlich

00:18:32: abgefärbt

00:18:33: im provitiven Sinne.

00:18:34: Ja.

00:18:35: Sehr gut.

00:18:36: Was hat dich selbst besonders geprägt?

00:18:39: Du hast, glaube ich, drei Brüder?

00:18:41: Hat dich das stark gemacht?

00:18:42: Musstest du dich verteidigen in der Familie?

00:18:45: Ja, ich meine, es ist unter Geschwistern sowieso immer so.

00:18:48: Und klar, wenn ich jetzt eine Schwester hätte, wäre es wahrscheinlich manchmal noch ein bisschen einfacher gewesen.

00:18:54: Ich meine, wir sind auf vierzig Quadratmeter zu fünf aufgewachsen, dann noch mit drei Brüdern.

00:18:58: Da war es schon manchmal turbulent.

00:18:59: Das kann

00:19:01: ich mir vorstellen.

00:19:02: Da muss

00:19:02: man sich schon durchsetzen.

00:19:03: Aber das war jetzt alles, es sollte so sein.

00:19:06: Ich sollte Erfahrung sammeln.

00:19:07: Es hat mir sehr viel auch geholfen.

00:19:11: Ich bin auch ohne Vater groß geworden.

00:19:13: Die haben schon so ein bisschen auch die väterliche Rolle übernommen, sag ich mal.

00:19:20: Das hat mich schon stark gemacht, muss ich sagen.

00:19:25: Es hat mir auf jeden Fall geholfen, mich durchzusetzen, egal welche Situation es ist, Kopf hoch, weiter geht, deine Meinung äußern.

00:19:33: dir selbst treu bleiben und in deiner Linie bleiben.

00:19:36: Haben die sich auch beschützt?

00:19:37: Ja, das auf jeden Fall, ja.

00:19:40: Also ich weiß auf jeden Fall, wenn ich anrufe, dann und ich Probleme hätte, wären sie auch auf jeden Fall heute noch da.

00:19:48: Ja, das muss man schon sagen.

00:19:52: Wie verändert sich die Wahrnehmung, wenn man Erfolg hat?

00:19:55: Du bist ja nun wirklich sehr erfolgreich.

00:19:57: Ist das anders?

00:20:00: Ich muss sagen, es kommt darauf an, wie man Erfolg sieht.

00:20:02: Also, ich fand es schon erfolgreich, die Ausbildung fertig zu haben.

00:20:06: Ich fand es erfolgreich, eine Führungskraft zu werden.

00:20:08: Ich fand es erfolgreich, mehrere Merfte bei der Rebe machen zu dürfen.

00:20:13: Der Schritt war natürlich der Schritt, wo ich selbst sagen kann, okay, jetzt haste dich aber richtig was gewagt und bin jetzt auch mittlerweile ziemlich stolz darauf.

00:20:24: Die Wahrnehmung, charakterlich bin ich der gleiche Typ Mensch.

00:20:28: Also ich habe mich keinerlei verändert, was ich merke in der Außenwahrnehmung, dass immer mehr Leute mich drauf ansprechen, was hast du geschafft und wie hast du das gemacht?

00:20:39: und auch viele Frauen vor allem oder auch Kollegen, die dann immer sagen, hier, was für Probleme hattest du da und wie hast du es geschafft, so erfolgreich zu sein?

00:20:51: Anhand dessen merke ich es halt.

00:20:53: Ansonsten für mich selber... war jeder Schritt erfolgreich.

00:20:57: Wenn ich sehe, wo ich herkomme, das war ein sehr langer Weg.

00:20:59: Das war ein sehr langer Weg.

00:21:03: Mehr muss man dich da beglückwünschen.

00:21:05: Dankeschön.

00:21:06: Was wünscht du dir denn von der Branche so in Sachen Vielfalt?

00:21:08: Ich

00:21:09: finde eigentlich Wissen auf einen guten Weg.

00:21:11: Soweit, muss ich sagen.

00:21:13: Ich gehe alles in die richtige Richtung.

00:21:14: Denke ich auch, ja.

00:21:16: Genau.

00:21:16: Aber es

00:21:17: ist vielleicht trotzdem noch ein weiter Weg, oder?

00:21:19: Ja, wobei, wenn es so Stück für Stück weiter in die Richtung geht, glaube ich, kommen wir da auch an, wo wir dann ankommen möchten.

00:21:27: Sehr gut.

00:21:27: Was würdest du jungen Frauen sagen, die in den Handel einsteigen?

00:21:30: Hast du da Tipps?

00:21:33: Seit Mutech?

00:21:34: Ja, seit Mutech.

00:21:36: Man muss es auf jeden Fall mit Herzblut machen.

00:21:38: Also ich sage jetzt mal, der Handel... Ich bin frei raus.

00:21:42: Es ist anstrengend.

00:21:43: Es ist manchmal wirklich anstrengend, weil es sehr, sehr viele Situationen auf einen einbrechen, die manchmal nichts mit Lebensmittel verkaufen zu tun haben, in die man sich reinfummeln muss.

00:21:54: Aber es ist auch eine tolle Herausforderung.

00:21:55: Also man muss einfach mutig sein, man muss es mit Leidenschaft machen.

00:21:59: Man muss zu dem stehen, was man tut und halt nicht aufgeben.

00:22:02: Und immer wissen, es wird alles belohnt, was man jetzt tut.

00:22:05: Es kommt der Zeitpunkt, wo man weiß, okay, dafür habe ich es getan.

00:22:12: Ja.

00:22:12: Wenn du einen Wunsch frei hättest, wo stünde der nächste Markt, willst du überhaupt einen nächsten Markt?

00:22:17: Hast du schon eingeplant?

00:22:19: Also ich muss tatsächlich sagen, im Moment bin ich jetzt erstmal an dem Punkt, ich habe mir jetzt ein Marktmanager eingestellt.

00:22:27: Da bin ich schon froh, dass wir jetzt an diesen Step sind, dass ich wirklich sagen kann, okay, ich geb das Tagesgeschäft etwas ab.

00:22:32: Deswegen wäre ich jetzt erstmal froh, wenn ich noch ein bisschen an meinem Unternehmen arbeiten kann, aufgrund dessen, weil es ein Standort ist, der ständig wächst.

00:22:41: Also, wir sind noch nicht fertig mit der Arbeit.

00:22:42: Ich sage jetzt mal normalerweise, sagt man, in sieben Jahren ist so ein Standort stabil, weil mir wächst er und wächst er und wächst er, so lange der Zoll hat und nicht fertigbelebt ist.

00:22:51: Und ausgrund dessen sage ich, okay, ich nenne den Wachstum mit und konzentriere mich einfach erst mal darauf.

00:22:58: Wenn ich noch einen zweiten Markt machen wollen würde, kann ja sein, dass sich das in einem Jahr wieder ändert.

00:23:06: Dann wäre es natürlich hier in meinem Heimatort.

00:23:09: dann wäre es hier in Kriftel in meinem Heimatort.

00:23:12: Aber ich bin jetzt erstmal zufrieden, wenn wir jetzt erstmal den Step schaffen, vom Unternehmen, am Unternehmen zu arbeiten, weil ich meine, da sind ja auch noch einige Herausforderungen eingeht, die man sich dann auch neu beschäftigen muss.

00:23:27: Genau, das ist jetzt erstmal der Fokus.

00:23:30: Und halt schauen, dass wir halt versuchen, ein Erlebnismarkt wirklich draus zu machen aus unserem Markt.

00:23:35: Genau, das ist jetzt erstmal...

00:23:37: Das ist ja auch spannend, wenn dann immer noch was passiert.

00:23:39: Vielen Dank, Seemai, für dieses inspirierende Gespräch.

00:23:43: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert Supermarktmacher auf Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr gerne rein hört.

00:23:51: Und wenn du selbst im Handel etwas bewegst oder jemanden kennst, der hier mal zu Wort kommen sollte, schreib uns gern.

00:23:57: Bis zum nächsten Mal.

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