„Umsatz ist nicht zu verhindern“: Die Wachstums-Formel von Husein Dugonjic (Rewe)

Shownotes

Wie bringt man KI, Roboter und Kundennähe unter ein Dach? Rewe-Kaufmann Husein Dugonjic hat eine Antwort: Uschi und Brushy. So heißen seine Service- und Reinigungsroboter – und sie sind erst der Anfang. In dieser Folge von "Supermarkt Marktmacher", dem Podcast von LZdirekt, erzählt Dugonjic, wie er seinen Markt in Unterschleißheim zum Tech-Vorzeigemodell gemacht hat.

Er spricht über:

sein mutiger Schritt in die Selbstständigkeit mitten in der Pandemie

die erste Zeit ohne Stammkunden, aber mit Vision

Service-Roboter, die Regallücken erkennen und Umsätze steigern

motivierende Spiegel auf Mitarbeitertoiletten

KI gegen Ladendiebstahl und warum Datenschutz trotzdem kein Hindernis ist

und: warum jede Idee es wert ist, ausprobiert zu werden

Was funktioniert wirklich? Was war ein Flop? Und was kommt als Nächstes?

🧠 Technik trifft Herz. 📍 Direkt vom Point of Sale. Jetzt reinhören: Für alle, die den Handel besser machen wollen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Da kriege ich heute noch ganz Haut, wenn ich über meine ersten 14 Monate spreche.

00:00:06: Herzlich willkommen zu "Die Supermakmacher", der Podcast von LZ-DIRECT, ihre Gastgeberin Svenja Alberti.

00:00:15: Sie spricht mit Supermakmacherinnen und Supermakmachern über alles, was sie bewegt, was sie antreibt und wie sie ticken.

00:00:24: Herzlich willkommen!

00:00:26: Heute bei uns im Studio Rewe Kaufmann Husein Dugonic aus Unterschleißheim.

00:00:32: Er hat einen Rewe-Markt und ist begeisterter Kaufmann.

00:00:36: Herzlich willkommen!

00:00:38: Servus alle zusammen mit herzlichen Grüßen aus Unterschleißheim.

00:00:42: Ich bin froh und dankbar hier teilnehmen zu können.

00:00:46: Sehr schön. Husein, wenn man so in deinen Markt reinkommt, merkt man sofort, hier steckt mehr drin.

00:00:51: Was war dein Antrieb Kaufmann zu werden und was treibt dich heute an?

00:00:55: Also ich habe immer schon darauf hingearbeitet, mich zusammen mit Rewe selbstständig zu machen.

00:01:00: Ich habe versucht in verschiedenen Formatgrößen so viel Erfahrung mitzunehmen, wie ich nur mitnehmen kann.

00:01:08: In meiner letzten Station im Rewe-Premiummarkt hatte ich auch weitere Freiheiten, die mir jetzt in der Selbstständigkeit sehr weiterhelfen.

00:01:21: Braucht natürlich Geduld, also sagst du, hast du wirklich dahin gearbeitet und hast dir auch gewartet, bist du deinen eigenen Markt Christ?

00:01:30: Hast du auch mal ans Aufgeben gedacht?

00:01:32: Ne, aufgeben war nie das Thema. Für mich war viel mehr was, einfach den Mut zu haben, meine Komfortzone zu verlassen.

00:01:42: Wie gesagt, ich war in diesem Rewe-Premium, hatte eh schon diese erweiterten Möglichkeiten.

00:01:47: Eigentlich hätte man da auch bis zur Rente weiterarbeiten können, aber durch Corona damals, das hat mir ganz viel Mut gegeben.

00:01:58: Da war dieser riesen Lockdown, die Stadt war leer, dann fragt man sich schon, wo geht die Reise dann hin, wenn das bleibt oder nicht bleibt.

00:02:06: Und ja, es ergab sich der Standort hier in Unterschleißheim, der super zu mir passt,

00:02:11: weil die Stadt dann sich selber ein Innovationsstandort ist und da hatte ich immer schon meine Affinität

00:02:17: und haben mir Technik zu Nutze gemacht, um den Alltag meiner Mitarbeiter und mir selber auch leichter zu machen.

00:02:24: Da kommen wir später auch noch zu, 2018 haben wir dich als Marktleiter des Jahres in Gold bei den Supermarktstars ausgezeichnet.

00:02:33: Inwieweit hat das denn geholfen bei deiner Karriere?

00:02:36: Das hat mir einen Riesenschub gegeben, nicht nur in der Firma selber, sondern auch bei den Industrie, bei Startups, bei Kooperationspartnern auf Social Media.

00:02:48: Die Reichweite ist events gestiegen und mein Ruf als Offener und Partner auf Augenhöhe hat sich dadurch total verbessert und hat die nochmal komplett unterstrichen.

00:03:00: Wo auch ganz viele neue Kontakte entstanden sind und mein Netzwerk ist explodiert, kann ich sagen.

00:03:08: Das freut uns natürlich auch sehr, wenn ein Preis dann solche Ausmaße annimmt.

00:03:14: Sehr schön, hast du dir verdient.

00:03:16: Dankeschön.

00:03:17: Als du gestartet hast, hast du eben gesagt, war Corona noch präsent, die Büros in der Umgebung eigentlich leer, wie steht man das denn durch?

00:03:24: Da kriege ich heute noch Gänsehaut, wenn ich über meine ersten 14 Monate spreche.

00:03:31: Es war ja der Plan, dass wir in ein vermietetes Bürogebäude mit reingehen.

00:03:36: Und durch Corona kam dieser Mietvertrag eben nicht zustande und dann starten wir in einem leeren Gebäude ohne Nachbarn, ohne Stammkunden.

00:03:44: Unvorstellbar, oder?

00:03:46: Ja, wie gesagt, das ist echt emotional. Unsere Sortimente waren eben auf Büro und kurzen Einkaufpause früh abends ausgelegt.

00:03:56: Wir hatten keine Großgebinde oder Aktionsregale, wo wir gesagt, okay, das ist für jeden ein Supermarkt, sondern wir wollten wirklich nur den Campus abholen.

00:04:09: Damals war es eine Not, heute ist es eine Tugend. Wir hatten den Markt einmal komplett gedreht.

00:04:17: Wir haben Großgebindereien, 2 Liter Packungen, große Getränkepackungen, Wehrweg, um einfach den Stadtschopperfamilien und auch Gruppen abzuholen, die wir sonst nicht im Markt erwartet hätten.

00:04:32: Mittlerweile haben wir einen Stammkundenkreis und jede weitere Verbietung, die jetzt dazukommt. Da werden wir den Umsatz nicht verhindern können. Das ist gut so.

00:04:44: Das ist doch super. Dann hast du ja auch wirklich eine tolle Vielfalt an Kunden.

00:04:49: Wie gesagt, unter Schleißheim hat sich jeden Mitbewerber, den man sich nur vorstellen kann, und da wollten wir uns wirklich nur auf dieses Gebiet hier um den Campus konzentrieren.

00:05:01: Die anderen hätten wir dann natürlich gerne mitgenommen, aber das Marktkonzept war nur auf Convenience ausgelegt.

00:05:08: Jetzt haben wir die Stärke an vielfältigen Stammkunden und Kundinnen. Unser to go sofort Verzehrgeschäft haben wir dann einfach angepasst und das ergänzt sich wunderbar.

00:05:27: Super, also eigentlich aus der Not eine Tugend gemacht und viel daraus gelernt.

00:05:33: Richtig, also meine Erfahrungen sind wir auf jeden Fall reicher. Und wie gesagt, das Wachstum, das gibt schon ein gutes Gefühl, wenn man weiß, da kommt auf jeden Fall noch was.

00:05:43: Jeder Büroausbau bringt auch Bauarbeiter mit sich, jeder weitere Komplex, der noch dazugebaut wird ebenfalls.

00:05:52: Und das hilft uns jetzt, die Zeit noch durchzustehen, bis das komplett vermietet ist und dann ein lebender Campus wird.

00:06:00: Super, du hast es eben schon angedeutet, dein Markt gilt als Vorzeigemodell für technologische Innovation, war das von Anfang an auch dein Plan?

00:06:09: Das hat tatsächlich unser USP, wie gesagt, die Stadt Unter Schleißheim an sich, ist bekannt als Innovationsstandort.

00:06:17: Wir haben hier zum Beispiel BMW autonomes Fahren ansässig, viele ganz moderne Ärztehäuser, Rechenzentren und so weiter.

00:06:26: Da habe ich auch diese technikaffine Kundschaft erwartet, weil die beschäftigen sich ja tagtäglich damit.

00:06:33: Unser erster Nachbar ist zum Beispiel Xevic Solutions, die entwickeln Cloudlösungen und Lösenprobleme.

00:06:43: Und mit denen haben wir jetzt auch einen Bayerischen Hackathon geplant, aber da erzähle ich zum Schluss ein bisschen was dazu.

00:06:50: Okay, was war denn die erste, die Idee, die du unbedingt umsetzen wolltest?

00:06:56: Meine erste Idee damals war die Alexa, also Alexa in Verbindung mit einem Monitor, die dem Kunden den Weg zeigen kann.

00:07:07: Hat super geklappt am Anfang, mittlerweile wurde Alexa überholt von der Uschi, also unseren Serviceroboter.

00:07:16: Und jetzt hilft sie mir im Büro bei meinem Playlist und bei meinen To-do-Aufgaben, also sie hat einen ehrenvollen Platz bekommen.

00:07:27: Alexa ist immer noch da, das ist gut.

00:07:29: Richtig.

00:07:30: Ja, du setzt Roboter für Service und Reinigung ein, was bringt das konkret so für Kunden, für das Team, für den Umsatz?

00:07:37: In erster Linie ist es eine riesige Entlastung für meine Mitarbeiter. Jeder Kunde kann entweder vorne am Empfang seine Warengruppe eingeben, wo er dann hingeführt wird.

00:07:49: Oder in zweiten Modus wechseln wir am Tag durch, fährt sie durch den Markt und erkennt Kunden als Ansprechpartner, spricht sie an, ob sie helfen kann.

00:07:59: Und spätestens dann ist der Wower-Effekt da, wo der Kunde da sagt, ach ja, tippe ich doch auf die Hefe und lass mich ihm begleiten.

00:08:07: Weitere Vorteile sind die Monitore, die verbaut sind, die vermieten wir an Industrie oder lokale Partner.

00:08:14: Jetzt aktuell sind es drei lokale, ein Friseur, Autohaus und ein Hotel, die ihre Services dort anbieten und Industriepartner immer wochenweise, wo wir das ganze Modell finanzieren können und noch Gewinn machen.

00:08:34: Und ein dritter Vorteil ist der Rücken des Service Roboters, wo wir Impulsartikel zu 50% Riegel oder Getränke platzieren und dadurch mehr Umsatz machen.

00:08:47: Ah, super. Also auch noch ein Nebeneffekt.

00:08:51: Richtig. Und der Reinigungsroboter ist insofern praktisch, also da ist der Vorteil, den Mitarbeiter zu entlasten, einfach liegt auf der Hand.

00:09:01: Weil der Mitarbeiter muss nicht mehr der Maschine hinterherfahren, hat dementsprechend mehr Zeit für Kundenservice oder Regalpflege oder was halt aktuell anfällt.

00:09:13: Wie reagieren Kunden denn so auf ein Roboter wie Uschi? Haben die erstmal Berührungsängste oder sagen die Euer Uschi da und dann gehe ich mal mit ihr durch den Markt?

00:09:24: Also Uschi oder Brushi. Brushi und Uschi sind eben die Namen der unserer Roboter und da ist die Begeisterung nach dem ersten Blickkontakt.

00:09:35: Sie sehen das, dann wollen sie es ausprobieren, dann noch ein schöner Nebeneffekt ist halt darum, wie sie es posten oder also die Videos gehen jetzt bei uns im Ort wirklich immer viral.

00:09:49: Und was riesen Kompliment für mich ist, wird auch andere Kaufleute solche Sachen nachahmen und dieselben Vorteile genießen können.

00:09:59: Sehr schön. Gibt es eine Funktion, bei der du selbst gedacht hast, okay, das ist jetzt schon ein bisschen verrückt?

00:10:06: Ja, damals, als ich das erste Mal in Berührung kam, mit K.I. unterstützter Diebstahlerkennung, da haben wir schon gedacht, boah krass, wo geht die Reise hin.

00:10:20: Aber oft ist es so, dass solche Innovationen zeitlich nicht in das Zeitalter passen. Also ich habe mich mit dem Thema vor fünf Jahren beschäftigt und jetzt weiß ich, dass die ersten Tests gefahren werden und dass das bald Standard sein wird.

00:10:35: Wie funktioniert das dann? K.I. gesteuerte Ladendiebstahlkontrolle?

00:10:40: Also eine K.I. erkennt anhand von Körpersprache, Verwaldauer, hektische Bewegungen, den Griff in den Rucksack oder in die Jacke und gibt eine Meldung an die Mitarbeiter zuerst mal entweder aufpassen oder schlägt dann schon allein, weil es offensichtlich ist.

00:11:00: Ja, super.

00:11:02: Also ich weiß, dass die Firmen, die damals und heute noch auf mich zukommen, schon die ersten Tests machen. Wir selber lassen jetzt nochmal alle Details prüfen auf Datenschutz und ähnliches.

00:11:15: Und ich bin mir sicher und hoffe, dass es bald kommt, weil Diebstahl ist im Einzelhandel riesen Problem. Und das könnte ein guter Hebel werden, es zumindest mal einzugschränken.

00:11:26: Eine große Hilfe für sehr viele. Was kann K.I. denn in deinem Markt heute schon und was wünscht du dir für die Zukunft?

00:11:35: Also ganz ehrlich, ich bin echt dankbar, dass die Rewe da schon länger schon damit arbeitet, also angefangen beim geschlossenen wahren Wirtschaftssystemen.

00:11:45: [MUSIK]

00:11:47: Prognosen, Hochrechnungen, Verlust, Ausreißer mal dargestellt,

00:11:52: zu bekommen, wo wir auch gerade selber arbeiten und es wird auch

00:11:57: bald zukunfts sein oder spruchreif sein, ist, dass unser

00:12:03: Serviceroboter während seiner Touren mit Kunden Regallücken zum

00:12:08: Beispiel erkennen kann und uns dann sagt, Gang sechs sind vierzig

00:12:12: Glück, dem bitte zuerst auffüllen. Wird das auch so weit gehen, dass der

00:12:17: Roboter dann selbst schon nachbestellt? Nachbestellung läuft ja bei uns schon

00:12:21: voll autonom, aber das Problem ist nicht Out of Stock, sondern das

00:12:26: Out of Shelf-Thema, die Ware steht im Lager. Der Mitarbeiter macht immer das, was er

00:12:32: immer macht, also den ersten Container nehmen und nicht den letzten und allein

00:12:37: schon diese Hilfestellung, dass der Roboter sagt, Müsli Regal ist

00:12:41: leerer als das Nudelregal, das wäre schon ein Sprung und wenn er noch sagt, wie viel

00:12:47: mehr Potenzial bei der Auffüllung wäre, das würde uns auch schon weiterhelfen und

00:12:52: dem Kunden noch mehr Kundenschmerz nehmen. Welche Chancen gibt es noch, also zum

00:12:57: Beispiel frische Kontrolle oder Sortimentsoptimierung mit KI?

00:13:02: Also Sortimentsoptimierung leben wir ja auch schon seit längerem mit

00:13:07: Marktindividuellen Marklay, aus zum Beispielsweise, wo anhand von Standortlage

00:13:15: und ähnlichen Parametern halt bemessen wird, okay, das ist ein Citymarkt, da

00:13:22: kommt, geht andere Sachen besser als in einem Landmarkt.

00:13:27: Das erweitern wir immer wieder, wir geben immer Feedback, um dieses Projekt jetzt

00:13:32: auch dann endlich perfekt zu machen. Und frische Kontrolle? Schafft KI das auch

00:13:40: jetzt zu sehen, ob da ist die Banane, die muss jetzt immer ausgewechselt werden oder

00:13:44: raus oder 40 ist nicht mehr ganz so schön? Also frische Kontrolle kenne ich jetzt

00:13:51: bis jetzt nur bei Avocados, das hat ein Kollege von uns gemacht. Ja, da gibt es so

00:13:55: einen ganz tollen Automat. Richtig, richtig, aber ich glaube, dass frische und

00:14:02: Optik, da werden wir den Mitarbeiter nie ersetzen können und wollen auch nicht.

00:14:08: Es ist eine gute Unterstützung, aber frische muss man auch fühlen und leben.

00:14:13: Das ist ein schönes Wort, auch endlich mal. Die Menschen am POS sind ja

00:14:20: doch sehr wichtig, wir wollen sie alle nicht missen. Ja, das sind die wichtigsten

00:14:25: am POS, wie gesagt, wir machen ja alles nur, um zu unterstützen bzw. zu entlasten.

00:14:30: Aber den Unterschied und die Seele eines Marktes sind einfach die Mitarbeiter und

00:14:35: man muss die auch rechtzeitig mit abholen. Wir machen das indem wir jetzt

00:14:40: einfach, wenn wir was Neues haben, dann dürfen die Mitarbeiter die Namen aussuchen

00:14:44: und Uschi und Brushy haben auch unsere Mitarbeiter gemeinsam abgestimmt.

00:14:50: Haben Sie sie auch getauft? Inoffiziell, ja, die Wortgebung kam daher, dass

00:14:58: USH die Abkürzung von Unterschleißheim ist und die von Intelligenz und bei

00:15:04: Brushy war das ähnlich höchste USH und Intelligenz.

00:15:09: Sehr gut. Dynamische Preise in Echtzeit, Spiel mit dem Feuer oder Zukunft der

00:15:15: Branche? Mit dem Thema habe ich mich ehrlich gesagt noch nicht beschäftigt, ich

00:15:21: glaube, dass unsere Rewe schon da eine gute Schiene fährt, wir werden oder wir

00:15:27: lassen uns immer in Schienen einkleistern und meine passt jetzt super zu mir,

00:15:33: aber ich könnte theoretisch auch reagieren auf Konkurrenz oder irgendwelche

00:15:38: Krisesituationen, wo ich dann einfach die Preisschiene ändere, aber aktuell ist

00:15:44: kein Bedarf und was wir schon ein bisschen machen ist zum Beispiel gekühlte

00:15:50: Getränke, da wo die Energie und Arbeitsaufwand höher ist, da noch einen

00:15:55: kleinen Aufschlag zu machen, aber das ist jeder Kunde bereit zu zahlen und

00:16:01: erkennt auch diesen Mehrwert. Ich glaube, da ist es auch wichtig, dass der Kunde den

00:16:06: Mehrwert erkennt und da darf man auch nicht zu viel mit spielen mit den

00:16:09: Preisen und hin und her gehen. Also wir versuchen es weitmöglich komplett zu

00:16:15: unterlassen, einfach weil man ist ja vergleichbar, man braucht ja nur googeln,

00:16:20: wo was anderes mehr kostet und man will ja auch einen Vertrauen aufbauen zum

00:16:24: Kunden und wenn man ständig rauf und runter wechselt, warum auch immer.

00:16:29: Ich halte es für kritisch, aber gibt bestimmt andere Meinungen auch.

00:16:33: Du hast eben die Mitarbeitenden gelobt und Menschen am POS sind nach wie vor

00:16:38: wichtig, kann man nicht ersetzen, gibt es trotzdem Mitarbeiter, die sagen, der setzt

00:16:44: so viel KI und Technik ein, vielleicht ist mein Arbeitsplatz gefährdet?

00:16:49: Nee, absolut nicht. Also wie gesagt, wenn man die Leute rechtzeitig abholt, man

00:16:54: erklärt, was man davor hat und vor allem die Vorteile ganz klar auf dem Tisch

00:16:57: legt, dann versteht es jeder und spätestens wenn das ausprobiert hat,

00:17:03: dann sieht er okay, ich bin noch da, aber ich werde unterstützt, alles ist gut.

00:17:09: Du hast auch Spiegel mit motivierenden Botschaften im Markt und sogar auf dem

00:17:14: Mitarbeitertoiletten, warum? Ja, das habe ich selber auch für mich immer wieder

00:17:19: erkannt, also wenn ich mir die Hände wasche und mein Gesicht schnell auffrische

00:17:24: und dann sehe ich im Spiegel, so sieht nicht der Kunde und dann gebe ich mir

00:17:28: selber ein Lächeln, das motiviert mich selber auch und den Effekt habe ich bei

00:17:33: anderen erwartet und auch mitbekommen. Wir haben auch Spiegel in den

00:17:38: Kundentoiletten, da steht zum Beispiel, hier sehen sie was uns am wichtigsten ist

00:17:43: und da sieht sich der Kunde selber und es ist dieses Smart, aber herzlich, dass wir

00:17:48: hier immer versuchen zu leben und zu fördern. Tolle Idee, wie schaffst du es,

00:17:55: dass dein Team bei so viel Technik dem persönlichen Kontakt nicht verliert?

00:17:58: Also wie gesagt, das wird in die Prozesse mit integriert, die

00:18:05: Mitarbeiter werden mitgenommen können, selber mitentscheiden, entwickeln auch die

00:18:10: Technik mit, wenn sie Fehler feststellen oder wenn sie sagen, das ist nicht so

00:18:16: vorteilhaft, dann können wir das immer nachjustieren und die Industrie, die

00:18:22: Entwickler, die uns das immer zur Verfügung stellen, also wir haben dann

00:18:27: eine Kooperation auf Augenhöhe, wir geben Feedback, die programmierende ist, dann

00:18:31: geben wir nochmal Feedback, bis das System perfekt ist und läuft und dann

00:18:36: können andere gerne Nachahmen mitmachen und für sich nützen. Wir genießen

00:18:45: diese Unterstützung der Robotik und Künstliche Intelligenz und es

00:18:53: entlastet uns wirklich ungemein. Was ist dir denn generell im

00:18:57: Kundenumgang besonders wichtig und was kann dir keine KI der Welt ersetzen?

00:19:01: Es sind die persönlichen Gespräche, es ist unsere Sichtbarkeit im Ort,

00:19:07: Unterstützung der Vereine, Unterstützung von unschuldigen,

00:19:13: notgeradenen Menschen, Einstellung von Mitarbeitern, die zum Beispiel jetzt

00:19:18: ein bisschen woanders jetzt keine Chance hätten, die eine Chance geben, also

00:19:25: einfach dieses menschliche Miteinander, das wird bleiben und ist auch immer in

00:19:32: Alleinstellungsmerkmal. Sehr gut, welche Innovation würdest du gerne als Nächstes

00:19:37: ausprobieren? Ja, da habe ich jetzt mit der Firma Xebec Solutions aus

00:19:43: Unterschleißheim veranstalten wir ein Hackathon, wozu ich auch jeden

00:19:47: Entwickler einladen möchte am 18. und 19. 9. wo 60 bis 70 IT-ler oder Hacker,

00:19:57: wenn wir es so nennen, ohne unsere Kaufmannsbrille unsere Probleme

00:20:04: betrachten und versuchen zu lösen und da habe ich mir jetzt drei

00:20:09: rausgesucht, die mir jetzt wichtig sind. Das ist die Kassenschlagenmanagement, wo

00:20:16: ein Sensor erkennt, ob mehr als drei Leute länger als 15 Sekunden an der Kasse

00:20:21: warten und es dann eben auch an die Hatsets der Mitarbeiter weitergeben.

00:20:26: Dasselbe im Lehrgut, da ist die Problematik immer so, man kommt an den

00:20:31: vollen Automaten, bis dann jemand gerufen wird, bis dann jemand kommt, vergehen

00:20:36: schon fünf Minuten und das wollen wir mit der Sensorik so weit entlasten, dass

00:20:41: der Mitarbeiter bei 50 Prozent Füllstand schon ein Funkspruch bekommt und

00:20:47: das ebenfalls wieder an die Geräte geht. Bei jedem weiteren 10 Prozent noch mal

00:20:51: Hinweis kommt, damit der Kunden Schmerz gar nicht entsteht.

00:20:55: Entschuldigung, die Kunden sind aber offensichtlich auch sehr schnell

00:21:00: geschmerzt, wenn du sagst 15 Sekunden und dann muss schon die nächste Kasse

00:21:04: aufgemacht werden. Ja, da kommt, also nach 15 Sekunden kommt der Funkspruch bis

00:21:10: die sich dann abgestimmt haben, wer reingeht, das ist einfach dieser Puffer,

00:21:13: damit man halt eben rechtzeitig die Kasse öffnet, bevor es der fünfte Kunde

00:21:19: noch an der Kasse ansteht. Sehr kundenorientiert. Und das dritte ist die

00:21:26: Roboter-Sensorik, die erkennt, da eben Lücken im Regal oder als nächstes gedacht

00:21:34: vielleicht Preisschilder, die fehlen, alles ist möglich. Super. Und mal ehrlich, welche

00:21:41: Idee hat sich am Ende doch nicht gelohnt? Hast du irgendwas gemacht, wo du

00:21:45: sagst, boah, nee, also das war jetzt aber nichts wert. Also, lohnt tut sich jede Idee

00:21:52: und man muss auch jede ausprobieren. Ich hatte tatsächlich eine, wo die nicht so

00:21:56: gezündet hat. Das war ein digitaler Screen, wo man ein ergänztes Wein,

00:22:02: Champagner und Spiritusensortiment hat zu uns in die Abholstation oder nach

00:22:07: Hause schicken lassen können, innerhalb von 24 Stunden. Da war der Andrang nicht

00:22:14: so hoch, aber das heißt nicht, dass es nicht funktioniert, entweder ist es die

00:22:20: falsche Zeit oder vielleicht das falsche Sortiment. Wir wollen das jetzt umswitschen

00:22:24: auf Tiernahrung, wo ganz viele Leute kartonsweise oder säckeweise in was nach

00:22:30: Hause tragen müssen. Und da glaube ich, dass dieses smartige Gedanke eventuell

00:22:35: besser ankommt, aber wir werden es testen. Sehr gut, du hast schön gesagt, einfach

00:22:39: jede Idee ist gut, einfach machen. Mach weiter so, vielen Dank, dass du heute da

00:22:44: warst. Sehr viele tolle Ideen, die dir einige Leute abgucken werden, da bin ich

00:22:49: ganz sicher. Und wir sind total gespannt, was du als nächstes machst. Vielen Dank,

00:22:54: Hussein. Freut euch drauf. Machen wir. Sehr gewünscht.

00:23:25: [Musik]

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